Winterwetter : Wetterchaos in Südeuropa hält weiter an

Stromausfälle in Frankreich, Hochwasser in Italien, Lawinengefahr in der Schweiz: Chaotisches Winterwetter hält weiter weite Teile Europas in Atem. Deutschland blieb bisher davon verschont.

Schneechaos Foto: dpa
Schlitterpartie auch für Autofahrer: Glätteunfall in Spanien.Foto: dpa

HamburgDas Wetterchaos mit Schnee und Hochwasser hat auch am Dienstag wieder viele Menschen in Südeuropa in Atem gehalten: Im italienischen Küstenort Pomezia retteten sich mehrere Familien auf die Dächer ihrer Häuser, um dem Hochwasser zu entkommen, der römische Stadtteil Ostia wurde teilweise evakuiert. In Frankreich waren noch immer zehntausende Menschen nach heftigen Schneefällen ohne Strom. Spanien hat das Schneechaos zwar weitgehend überwunden, allerdings mussten auf der Balearen-Insel Mallorca nach heftigen Regenfällen mehrere Straßen wegen Hochwassers gesperrt werden. Deutschland bleibt von dem Wetterchaos zumindest vorerst verschont. In den kommenden Tagen bleibt es allerdings kalt und nass.

In Italien hatte es bereits in der Nacht zu Dienstag heftige Unwetter gegeben. In Rom und Latium herrschte wegen unaufhörlicher, starker Regenfälle erneut Hochwasseralarm, berichteten italienische Medien am Dienstag. Sondereinheiten des Militärs halfen beim Bau von Barrieren aus Sandsäcken, um die Bürger vor den Fluten zu schützen. In den norditalienischen Regionen Piemont und Aostatal kam es nach Schneefällen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Lawinengefahr im Dezember sei seit mindestens zwölf Jahren nicht mehr so hoch gewesen, erklärte der piemontesische Zivilschutz. In der Region herrschte ein Alarm der Stufe fünf, dem höchsten Grad der europäischen Gefahrenskala für Lawinen.

Höchste Lawinengefahr in den Schweizer Alpen

Der Schweizer Wintersportort Zermatt am Fuße des Matterhorns war am Dienstag wieder erreichbar. Die Autoverladung und der Bahnverkehr in den Prominentenort wurden wieder aufgenommen. Damit ist das Streckennetz der Matterhorn Gotthard Bahn wieder offen. Weiterhin gesperrt ist die Simplon-Passstrasse. In Teilen des Wallis und der Innerschweiz war die Lawinengefahr am Dienstag noch groß, fast im ganzen Alpenraum blieb sie erheblich. Am Montagabend hatte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos teilweise die höchste Gefahrenstufe ausgerufen.

In Frankreich waren noch immer viele Menschen ohne Strom. In etwa 57.000 Wohnungen und Häusern sei die Versorgung noch nicht wieder hergestellt worden, sagte der Sprecher eines Energieunternehmens. Es seien hunderte Techniker im Einsatz, um die Schäden an den Leitungen zu beheben. Schwierig sei, dass die Einsatzorte oft nur zu Fuß zu erreichen seien. Wann es wieder überall Strom gebe, sei unklar. Nach heftigen Schneefällen war am Sonntag zunächst in mehr als 100.000 französischen Haushalten der Strom ausgefallen.

In Deutschland bringen gleich mehrere Tiefausläufer in den kommenden Tagen nasskaltes Wetter. In den Niederungen ist mit Regen und Schneeregen zu rechnen, im Süden kann es auch bis in tiefe Lagen schneien. Richtig winterlich wird es im östlichen Mittelgebirgsraum und im Alpenbereich. Meteorologe Martin Puchegger vom Wetterdienst meteomedia: "Ob sich die weiße Pracht in den Niederungen dann bis Weihnachten hält, bleibt äußerst fraglich". (sgo/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben