Welt : „Wir sind freundlicher, als man denkt“ Andrew Noble über

die Effekte der Spiele.

Foto: Thilo Rückeis
Foto: Thilo Rückeis

Herr Noble, wie haben Sie die Olympischen Spiele erlebt?

Ich habe sehr viel ferngesehen. Ab Mitte der Spiele war es eine Party. Die Atmosphäre und die Stimmung waren riesig.

Dabei gab es im Vorfeld doch viele Bedenken.

Die Befürchtungen zuvor waren nicht gut begründet. Alle Dinge wurden sehr intensiv und fachmännisch geplant. Dass es so gut gelaufen ist, war auch ein Beweis für die guten Strategien der Sicherheitskräfte. Und Bedenken gibt es doch immer vorher. Sogar in Athen lief alles perfekt während der Spiele, obwohl man vorher und danach sehr viel bemängelt hat.

Wir waren überrascht von dem Enthusiasmus der Briten. Sie auch?

Wir sind viel freundlicher, als viele denken. Briten zeichnen sich nicht nur durch Verschlossenheit aus, sondern vor allem auch durch Gastfreundschaft und Begeisterungsfähigkeit. Und die Business-Atmosphäre auf den Straßen in London ist nicht der Alltag im ganzen Land. Die Spiele haben dazu beigetragen, das hervorzuheben.

Hat sich Großbritannien vor allem als Nationalstaat präsentiert oder waren es doch auch europäische Spiele?

Beides ist nicht zu trennen. Meine Hand ist nicht nur ein Teil meines Arms, sondern auch meines Körpers. Es geht nicht nur um die Beziehung zwischen Großbritannien und den Mitgliedstaaten der EU, sondern um die Beziehung zu allen Staaten der Welt. Aber natürlich ging es auch um Großbritannien an sich. Wir wollen etwas aus diesen Spielen für die Zukunft gewinnen.

Was könnte das für ein Signal sein?

Die Absicht war, eine Generation zu inspirieren. Ich glaube, das haben wir geschafft. Was bleiben wird, ist ein großes Interesse, sportlich stärker zu werden. Der neue Fokus, den man in Sachen Schulsport hat, ist enorm. Und es bleibt das Gefühl, dass wir etwas schaffen können. Wir haben sehr große Wirtschaftsprobleme und trotzdem können wir etwas erreichen.

Können Sie sich die Olympischen Spiele denn auch in Berlin vorstellen?

Das würden fantastische Spiele werden. Ich bin immer ein Befürworter von Olympischen Spielen hier gewesen und ich glaube, alle meine Landsleute würden das unterstützen. Berlin ist eine Lieblingsstadt der Briten, wir kommen in Scharen hierher.

Das Gespräch führten Katrin Schulze und Elisa Simantke.

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