Welt : Wirbelschleppen und Seitenleitwerk

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Die Wirbelschleppen entstehen an der Außenkante der Tragflächen, weil durch den Überdruck unter und den Unterdruck über den Flügeln Luft nach oben gesaugt wird. Sie ziehen sich korkenzieherförmig hinter den Flugzeugen aus. Während sich die Wirbelschleppe der rechten Tragfläche im Uhrzeigersinn dreht, rotiert die Schleppe des linken Flügels in der entgegengesetzten Richtung. Je schwerer eine Maschine ist, und desto langsamer sie fliegt, desto größer ist der Effekt.

Verfügt ein Flugplatz über zwei parallele Start- und Landebahnen, sind auch Flugzeuge, die die benachbarte Piste benutzen, gefährdet. Seitenwind kann die Wirbel abdriften lassen. Nach einiger Zeit sinken die Schleppen ab und können dann auch niedriger fliegende Maschinen beeinträchtigen. Forschungen haben außerdem ergeben, dass die Turbulenzen mit dem Erreichen des Bodens nicht immer ihre Gefahr verloren haben, so Georg Fongern von der Pilotenvereinigung Cockpit. Sie können wie ein Ball abprallen und wieder hoch kommen.

Als gefährdet gelten besonders kleine Flugzeuge, die durch die Turbulenzen auf den Rücken gedreht oder zu einer kompletten Rolle gebracht werden können. Von Wissenschaft und Industrie wird an Lösungen gearbeitet, um die Wirbelschleppen zu teilen und so zu entschärfen. Das Seitenleitwerk - beim Airbus A300-600 rund acht Meter hoch - besteht aus einem festen und einem beweglichen Teil, dem Seitenruder, mit dem die seitlichen Bewegungen des Flugzeuges um seine Hochachse gesteuert werden. Bei einem Ausfall kann der Kurs mit Hilfe der an den Tragflächen befindlichen Querruder und durch Veränderungen der Triebwerksleistung gehalten werden. Das aus Aluminium und Faserverbund-Werkstoffen gefertigte Seitenleitwerk des A300 ist mit sechs rund vier Zentimeter langen Bolzen am Flugzeugrumpf befestigt, die bei den technischen Kontrollen der Maschinen regelmäßig auf Korrosion untersucht werden. Bisher ist kein Fall bekannt, in dem ein Seitenleitwerk ohne Fremdeinwirkung abgebrochen ist.

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