Wirbelsturm in Birma : Zyklon fordert vermutlich 10.000 Tote

Nach ersten Meldungen waren die Behörden in Birma noch davon ausgegangen, dass nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" mit mehr als 300 Toten gerechnet werden müsse. Langsam wird jedoch das ganze Ausmaß deutlich: Es könnten 10.000 sein.

RangunDer verheerende Zyklon "Nargis" hat vermutlich 10.000 Menschenleben gefordert. Allein in dem 4000-Einwohner-Ort Pyinzalu im südöstlichen Teil des Irradwaddy-Deltas haben nach Angaben eines Sprechers der Hilfsorganisation ADRA Deutschland nur 400 Menschen überlebt. Das habe der ADRA-Einsatzleiter am Montag aus Birma gemeldet. Auch Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes berichten von mehreren tausend Toten. Nach Angaben des Berliner Auswärtigen Amts ist die Deutsche Botschaft in der Hauptstadt Rangun im Kontakt mit den Deutschen, die sich im Land aufhalten. Bisher gebe es keine Erkenntnisse, dass Bundesbürger getötet oder verletzt worden sind.

In der größten Stadt, der Wirtschaftsmetropole Rangun, hatten die mehr als vier Millionen Einwohner auch am Montag weder Strom noch Wasser. Die Preise für Nahrungsmittel und frisches Wasser explodierten, wie Einwohner berichteten.

UN bieten Hilfe an

Birmas Premierminister Thein Sein kam am Sonntag nach Rangun, um die Verteilung von Lebensmitteln an die Opfer zu überwachen. UN- Generalsekretär Ban Ki Moon bot der birmanischen Regierung die Hilfe der Vereinten Nationen an. Ein Team zur Einschätzung und Koordinierung der Katastrophenhilfe steht laut Ban zur Unterstützung bereit, wenn es angefordert wird, teilte Ban in New York mit.

Das ganz Ausmaß der Katastrophe war auch Tage nach dem Durchzug des Zyklons noch nicht völlig abzusehen. Die Küstenregion war von einer meterhohen Flutwelle überschwemmt worden. Die Kommunikation war dort vollständig zusammengebrochen. Die Katastrophenhelfer arbeiteten sich erst langsam in das Delta des mächtigen Irrawaddy-Flusses vor. Nach Angaben der staatlichen Medien hatte "Nargis" Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde erreicht. (mpr/dpa)

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