Welt : Wird Madame wirklich Mama?

Die Schwangerschaftsgerüchte um Frankreich First Lady Carla Bruni verdichten sich

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Schwer zu beurteilen. Eine Aufnahme von Carla Bruni vom vergangenen Freitag. Foto: dpa
Schwer zu beurteilen. Eine Aufnahme von Carla Bruni vom vergangenen Freitag. Foto: dpaFoto: dpa

Seit Wochen richten sich alle Blicke auf Carla Bruni-Sarkozys Bauch. Hält sie ein Tuch davor? Wirkt ihr Gesicht runder? Alles wurde als Anzeichen dafür gedeutet, dass sie schwanger ist. Rauchen soll sie angeblich auch nicht mehr, und auf ihr gelegentliches Bier verzichtet die Präsidentengattin offenbar auch. Die Schwangerschaftsgerüchte um Frankreichs First Lady verdichten sich seit Dienstag. Familienangehörige machten in Medien außerhalb von Frankreich Andeutungen, dass es nicht nur ein Gerücht ist.

Pàl Sarkozy (83), Vater von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, sagte in einem Interview mit der „Bild-Zeitung“: „Ich freue mich über mein Enkelkind.“ Carlas Schwiegervater fügte noch hinzu: „Die beiden wollen das Geschlecht vorher nicht wissen. Aber ich bin mir sicher, dass es ein Mädchen wird, schön wie Carla.“ Vorher schon hatte Carlas Mutter Marisa Bruni-Tedschi (81) in der italienischen Zeitung „La Stampa“ beim Besuch eines Weingutes in Turin Fotos von ihren Enkeln gezeigt und stolz erzählt: „Wir bekommen bald ein weiteres Enkelkind.“

Die französischen Medien spekulieren auf einen Geburtstermin im Oktober oder November. Es wäre das erste Mal, dass ein amtierender Präsident Vater wird. Allerdings war es auch das erste Mal, dass sich ein Präsident im Amt scheiden ließ, im Oktober 2007 von Cécilia. Kurz darauf, im Februar 2008, heiratete Nicolas Sarkozy Carla Bruni.

Für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr dürfte das Bild eines glücklichen Vaters Nicolas Sarkozy in den Augen der Franzosen aufwerten. Bei den Beliebtheitsumfragen steht er derzeit ganz unten. In Frankreich hat das Timing schon für Spott gesorgt. So schrieb das Nachrichtenmagazin „Nouvel Observateur“: Carla würde damit zur „Königinmutter“ werden. „Die Dramaturgie ist perfekt, absolut angepasst an unsere republikanische Monarchie.“ Meinungsforscher sagen, das Ex-Model, das seit einigen Jahren als Sängerin Karriere macht, habe Sarkozys Image bisher eher geschadet, aber ein Baby könnte durchaus fünf Punkte im Beliebtheitsbarometer bringen.

Sarkozy (56) selbst hat schon drei Söhne aus seinen ersten beiden Ehen, Pierre (geboren 1985) und Jean (geboren 1986) aus der ersten Ehe mit Marie-Dominique Culioli und den 14-jährigen Louis aus der zweiten Ehe mit Cécilia. Carla Bruni hat den neunjährigen Sohn Aurélien aus der Beziehung mit dem französischen Philosophen Raphaël Enthoven. Schon lange sprach sie öffentlich davon, sich ein zweites Kind zu wünschen.

Alle hatten gehofft, dass Carlas Geheimnis schon zur Eröffnung des Filmfestivals in Cannes offenbart werden würde. Sie spielt eine kleine Rolle in Woody Allens neuem Film „Midnight in Paris“, und so rechneten viele damit, das Carla Bruni auf dem roten Teppich auftreten würde. Doch kurz vor dem Festival ließ sie wissen, sie könne nicht kommen, aus „privaten und beruflichen Gründen“. Auch das wurde als Hinweis darauf gewertet, dass sie ein Baby erwartet. Vorher hatte Bruni in einem Interview mit der Tageszeitung „Le Parisien“ vieldeutig gesagt: „Ich schweige, weil ich etwas zu schützen habe.“ Aber man werde in sechs Monaten sicher mehr wissen. Ein Dementi klingt anders. Während Carla nur lächelte und hartnäckig schwieg, aber nicht dementierte, plauderte jetzt die Familie. Möglicherweise ist das sogar Absicht, um den Spekulationen um die Schwangerschaft ein Ende zu bereiten.

Das Klatschblatt „Closer“ hatte die Gerüchte mit Hinweis auf „einen anonymen Berater“ des Präsidenten Ende April in Umlauf gebracht. Dann wurde Carla auch angeblich noch gesehen, als sie zu einer Ultraschalluntersuchung ging. Allerdings gab es schon mehrmals in den vergangenen Jahren Gerüchte um eine Schwangerschaft, sie erwiesen sich stets als falsch.

Niemand wollte das Gerücht offiziell kommentieren. „Das ist ungefähr das achte Mal, dass man ihre Schwangerschaft ankündigt“, hieß es aus dem Elyséepalast. Man wolle keinen Kommentar zu Privatangelegenheiten abgeben. Was aber nicht heißen will, dass es beim achten Mal nicht stimmt, zumal diesmal auch seriöse französische Medien das Gerücht aufgriffen. Wird Madame also wirklich Mama? Sollte es tatsächlich stimmen, würde im Elyséepalast wohl bald ein Kinderzimmer eingerichtet.

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