Wirtschaftskrise : Modemacher Christian Lacroix ist insolvent

Das Pariser Modehaus Christian Lacroix ist einem Zeitungsbericht zufolge zahlungsunfähig. Grund hierfür sei der wegen der Wirtschaftskrise stark gesunkene Umsatz.

Wie Le Figaro berichtete, machte das Modehaus bei einem Umsatz von 30 Millionen Euro im vergangenen Jahr zehn Millionen Euro Verlust. 2009 sei das Modeunternehmen noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verkauf der Sommermode "Prêt-à-Porter" sei um 30 Prozent eingebrochen. Die chronisch defizitäre, aber werbewirksame Haute-Couture leide unter dem Vermögensschwund der Superreichen in der Finanzkrise.

Christian Lacroix gehört der US-Gruppe Falic. Die Falic-Brüder, Besitzer von Duty-Free-Läden, hatten Christian Lacroix 2005 vom Luxuswarenkonzern Moët Hennessy - Louis Vuitton (LVMH) erworben und zwei Modegeschäfte am Börsenplatz New York und im Vergnügungszentrum Las Vegas eingerichtet. Beide Städte sind jetzt besonders von der Finanzkrise betroffen. "Wir haben unsere Strategie auf den amerikanischen Markt ausgerichtet, der seit einem Jahr besonders stark leidet", sagte Lacroix-Präsident Nicolas Topiol dem Blatt. "Japan hat auch große wirtschaftliche Probleme. Der Mittlere Osten hat zu Jahresbeginn einen brutalen Stopp erlebt. Wir sind dagegen wenig präsent in China, dem einzigen Markt, der widerstandfähig zu sein scheint."

Die Falic-Gruppe versucht offenbar seit rund einem Jahr, das Modehaus zu verkaufen. Im April begannen Gespräche mit einem bislang unbekannten Investor. Sollten diese Gespräche scheitern, sei man aber bereit, einen Sanierungsplan zu finanzieren. Dann wäre aber ein Teil der 125 Arbeitsplätze gefährdet.

Das Modehaus Lacroix hatte im Sommer 2007 sein zwanzigjähriges Bestehen gefeiert. Firmengründer Christian Lacroix zeigte seine erste eigene Kollektion im Juli 1987. Bald entwarf er nicht nur Mode, sondern auch Kinderkleidung, Parfüms und Tischdekoration. In den vergangenen Jahren gestaltete er unter anderem auch die neuen Uniformen der Luftfahrtgesellschaft Air France und die Innenausstattung des französischen Hochgeschwindigkeitszuges TGV. (cl/dpa)

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