Welt : Wissenschaftler werfen Hawking Panikmache vor

London (dpa).

London (dpa). Der als Superhirn geltende britische Physiker Stephen Hawking hat mit seiner Voraussage, wonach die Menschheit noch in diesem Jahrtausend von einem selbstgezüchteten Virus vernichtet werden wird, sollte sie nicht bald den Weltraum kolonialisieren, Hohn und Spott geerntet. Er musste sich vorwerfen lassen, seine Warnungen seien nichts als "bedauernswerte Panikmache", um sein neues Buch in die Schlagzeilen bringen.

Immer wirrer seien Hawkings Katastrophen-Prophezeiungen in den vergangenen Jahren geworden, sagte der Anthropologe Benny Peiser von der John Moores-Universität in Liverpool in einem BBC-Interview. Vor gut einem Jahr habe Hawking noch vorausgesagt, die Erde werde sich durch den Treibhauseffekt bis zum Kochen aufheizen. "Und jetzt, da alles vom Bio-Terrorismus spricht, kommt er mit der allerneusten Katastrophen-Prophezeiung, die unsere sichere Selbstzerstörung als Ergebnis biologischer Forschung voraussagt." Davon dürfe sich niemand verrückt machen lassen, sagte Peiser: "Apokalyptiker übertreiben typischerweise die möglichen Gefahren, die in der Zukunft auf uns zukommen könnten, ignorieren oder unterschätzen aber die Wahrscheinlichkeit, eine soziale, technologische oder medizinische Lösung für die Bedrohung zu finden." Es gebe keinen Grund, anzunehmen, dass die Menschheit dieses Jahrtausend nicht überleben werde, bemühte sich Peiser zu beruhigen. Der Raumfahrtexperte Sir Arthur C. Clarke wunderte sich, dass Hawking nicht auch noch vor der Gefahr eines Asteroideneinschlags gewarnt hatte.

Biowaffen seien in seinen Augen eine größere Bedrohung für die Erde als die Atombombe, hatte Hawking dem "Daily Telegraph" in einem Interview gestanden. Für den Fall, dass das Leben auf einem Planeten vernichtet würde, sei es praktisch, schon weitere Planeten besiedelt zu haben.

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