WM in Südafrika : Seitensprünge

Kurz vor der WM erregt der südafrikanische Präsident Zuma mit seinem hochkomplexen Liebesleben sein Land. Einer offiziellen Stellungnahme seitens der Regierung wird "der Präsident diesen Klatsch nicht mit einer Reaktion würdigen".

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Die Frage ist: Wer mit wem. Südafrikas Präsident Zuma zeigt sich hier mit seiner dritten Frau MaNtuli. Foto: AFP
Die Frage ist: Wer mit wem. Südafrikas Präsident Zuma zeigt sich hier mit seiner dritten Frau MaNtuli.Foto: AFP

Nicolas Sarkozy und Jacob Zuma haben mehr gemeinsam, als man annehmen würde: Beide gelten als Freunde schöner Frauen – und beide mussten ihre Geheimdienste mobilisieren, um Licht in ihre privaten Beziehungsgeflechte zu bringen. Und so prangen – wenige Tage vor dem Anpfiff der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika – nicht etwa Schlagzeilen über das Fußballfest auf den Titelseiten der Zeitungen, sondern über das hochkomplexe Liebesleben des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma (ANC).

Aktuell ist Zuma mit drei Frauen verheiratet, Polygamie ist den männlichen Zulu traditionell erlaubt. Ein Mann, der mehrere Frauen ehelichen will, braucht dafür nur die Erlaubnis der ersten Frau. Eine von Zumas Frauen ist Nompumelelo Ntuli Zuma, genannt MaNtuli. Die Zulu-Wochenzeitung „Ilanga“ druckte einen Bericht über eine mutmaßliche Affäre MaNtulis mit einem ihrer Leibwächter, die mit dem Suizid des Leibwächters im Dezember ein Ende fand. Der Zeitung war der Brief eines Angehörigen der unüberschaubar großen Zuma-Familie (mindestens 21 Kinder) zugespielt worden. Besonders pikant: MaNtuli ist schwanger, und nun spekuliert man, der Leibwächter sei Vater des Kindes und sein Freitod stünde damit in Zusammenhang. Ein angeblicher Zeuge aus des Leibwächters Heimatort hatte von einem Abschiedsbrief berichtet. Zuma hatte MaNtuli im Januar 2008 zur Frau genommen, nachdem er sie im Hilton Hotel in Durban kennengelernt hatte, wo sie arbeitete.

In dem Brief steht laut der Zeitung „Saturday Star“ auch, dass MaNtuli weder dem Alkohol noch dem Glücksspiel besonders abgeneigt sei. MaNtuli sei auch beleidigt gewesen, weil Zuma zu diesem Zeitpunkt angekündigt hatte, eine weitere Frau zu heiraten. Kurz vor Weihnachten soll der Präsident MaNtuli aus dem gemeinsamen Haus geworfen haben. Nun soll also der Geheimdienst der Frage nachgehen, wer aus der Familie des Präsidenten den Brief geschrieben und abgeschickt hat. Was derjenige zu befürchten hat, dazu wurde nichts bekannt.

In einer offiziellen Stellungnahme seitens der Regierung hieß es lapidar: „Der Präsident wird diesen Klatsch nicht mit einer Reaktion würdigen.“ Zuma und MaNtuli waren am Sonnabend von einem Staatsbesuch aus Indien zurückgekommen – und wurden von Medienspekulationen über eine vierte und gar fünfte mögliche Hochzeit des Präsidenten empfangen, die angeblich noch in diesem Jahr stattfinden sollen.

Der Präsident hatte im Februar Aufsehen erregt, als er die Vaterschaft des Babys von Sonono Khoza, der Tochter des mächtigen Fußballfunktionärs Irvin Khoza, annahm. Und doch misst die südafrikanische Öffentlichkeit mit zweierlei Maß: Was sich ein Mann erlaubt, das darf eine Frau noch lange nicht. „Frauen in polygamen Beziehungen dürfen den Mann nicht betrügen, Männer können immerhin über einen geplanten Seitensprung verhandeln“, sagte Kulturexperte Jabulani Maphalala dem „Sunday Independent“.

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