Welt : Wo das Böse fliegt so nah

Am 19. Mai startet der neue Star-Wars-Film „Die Rache der Sith“ – einige Fans haben schon Einzelheiten über den Film herausgefunden

Mareike Aden

Für Star-Wars-Fans hat der Countdown längst begonnen: In kaum zwei Monaten, am 19. Mai, startet „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“, der dritte und letzte Teil der ersten von ursprünglich drei geplanten Triologien. 28 Jahre nachdem George Lucas’ „Krieg der Sterne“ in den Kinos ausbrach, soll sich nun ein weiteres Puzzleteil einfügen. Endlich ist auf der Leinwand zu sehen, wie sich der junge Jedi-Ritter Anakin Skywalker, gespielt von Hayden Christensen, in den bösen Tyrannen Darth Vader verwandelt und fortan der dunklen Seite der Macht dient.

In den achtziger Jahren avancierte die zuerst gedrehte mittlere Star-Wars-Trilogie um den interplanetaren Kampf tapferer Rebellen gegen ein despotisches Imperium zum Kultfilm. Zwischen 1977 und 1982 brachte Regisseur George Lucas drei Filme über den „Krieg der Sterne“ auf die Kinoleinwände weltweit – und übertitelte sie im Vorspann mit Episode 4,5 und 6. Für die treue Anhängerschaft der Sternenkrieger war dies stets ein Hoffnungsschimmer. Plante Lucas eine Fortsetzung des Weltraummärchens?

Im Jahr 1999 wurden diese Träume wahr. Lucas kündigte eine weitere Trilogie an. Diese sollte zeitlich vor den anderen drei Filmen spielen und den Zusammenbruch des galaktischen Imperiums der Guten und den Aufstieg des dunklen Tyrannen Darth Vader zeigen. Doch die ersten beiden neuen Episoden, in denen unter anderem Ewan McGregor und Natalie Portmann den Sternenkrieg fortführen durften, waren für viele Fans eine Enttäuschung. „Zu viel Technik, zu viel Kindlichkeit, zu wenig Charakterköpfe“, kritisierte so mancher die Fortsetzung der Weltraumsaga. Umso mehr Erwartungen steckt die Fangemeinde nun in die „Episode III“.„Sie soll die Trilogie retten und der Heilsbringer sein“, sagt Dennis Alack, der das Webportal „Starwars-Union“ mitbetreut. Der 21-Jährige hat am vergangenen Wochenende kaum Schlaf bekommen. Denn in der Nacht zum Freitag zeigte ein amerikanischer Fernsehsender das erste Mal die Kinovorschau der „Episode III“. Noch in der Nacht machte sich Alack an die Arbeit und analysierte den sehnsüchtig erwarteten Trailer – Bild für Bild. Die Mühe scheint sich gelohnt zu haben. Allein am vergangenen Wochenende klickten 70000 nach neuen Informationen süchtige Sternenkrieger-Fans die Internetseite von Alack und seinen Kollegen an.

Die 135 Bilder des Trailers, der am Freitag auch im deutschen Fernsehen zu bestaunen war, bestätigten, was Regisseur George Lucas im Interview mit dem US-Fernsehsender CBS sagte: „Der Film ist dunkler … viel emotionaler.“ Lucas scheint sich von seiner kindlichen Zielgruppe abgewandt zu haben. „Ich denke nicht, dass ich einen Fünf- oder Sechsjährigen in den Film mitnehmen würde“, sagte der Regisseur. Er bezweifelt sogar, dass sein Film für unter 13-Jährige freigegeben wird. Diese Enthüllungen sind für seine Anhänger so neu nicht. Seit Monaten kursieren im Internet Informationen und Bildmaterial des neuen Films. So viele wie vor keiner anderen Star-Wars- Episode. Quelle: Unbekannt. „Da muss es undichte Stellen geben“, bedauert Robert Alba, Clubleiter des offiziellen Star-Wars-Fanclubs in Deutschland, der 4000 Mitglieder hat.

„Spoils“, Spielverderber, nennen Fans diese Vorabinformationen, die die Spannung beim ersten Kinobesuch verderben könnten. Zwar sind die für die Internetseite des offiziellen Fanclubs ein Tabu. Doch wer einfach nicht bis zum Kinostart warten kann, der wird im Netz schnell fündig – auch bei „StarwarsUnion“. Dort werden „Spoils“ jedoch gekennzeichnet, so dass man ihnen aus dem Weg gehen kann.

Dennis Alack würde das gerne, aber ist „einfach nicht stark genug“. „So geht es den meisten von uns Fans“, meint der 21-jährige Student. Der Wille ist zwar stark, aber das Fleisch zu schwach. Fanclub-Leiter Robert Alba hat dafür kein Verständnis. „Das ist wie Weihnachten mit durchsichtigem Geschenkpapier“, kritisiert er. Er plädiert dafür, „jungfräulich ins Kino zu gehen“.

Derart unbescholten werden aber wohl nur wenige Jedi-Jünger sein, wenn sie am 19. Mai in den Kinosessel sinken. „Die ganze Handlung lässt sich auf Grund der bisherigen Informationen nachkonstruieren“, so Dennis Alack. Zwar würden die Produzenten beharrlich von sich geben, dass 90 Prozent der Rekonstruktionen falsch und der Rest Zufallstreffer seien. „Aber das haben die letztes Mal auch schon gesagt und da stimmte fast alles“, so Alack. So ist er sicher, bereits zu wissen, wie der neue Kampf zwischen Anakin und Obi-Wan endet. Aber das wird hier natürlich nicht verraten.

Fest steht, dass die Erwartungen der Fangemeinde gerade durch die „Spoiler“ angeheizt werden. Die Mehrzahl freut sich auf einen dunkleren, erwachseneren Star-Wars-Film. „Das war zu erwarten“, sagt Alack. „Die Thematik hat mehr Gewalt erfordert“.

Dennoch sind einige „Spoiler“-Nutzer überrascht: „Starker Tobak für einen Star-Wars-Film“, schreibt da zum Beispiel „Sid“ (in Anlehnung an den bösen Darth Sidious, der Anakin auf die dunkle Seite ziehen wird), nachdem er sich auf „starwars-union.de“ den „Spoiler“ des Duells zwischen Anakin und Obi-Wan angesehen hat. Zwar zweifelt er nun mehr denn je daran, dass der Film in Deutschland für Zwölfjährige freigegeben wird. „Aber“, so fährt er fort, „mir gefällt’s“.

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