Welt : Wo ist Tim?

Der Zweijährige aus Elmshorn verschwand spurlos aus seinem Bett – schlug der Maskenmann wieder zu?

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Elmshorn - Das mysteriöse Verschwinden des zweijährigen Tim in Elmshorn in Schleswig-Holstein gibt der Polizei Rätsel auf: Zwei Tage nachdem der kleine Junge aus seinem Bettchen verschwunden war, fehlte von ihm am Samstag noch immer jede Spur.

„Wir haben nichts gefunden und es gibt keine Anhaltspunkte, wo der Junge sein könnte“, sagte ein Polizeisprecher. Bereits am Freitag hatten Polizei und Feuerwehr mit einem Großaufgebot nach Tim gesucht. Doch auch der Einsatz von Tauchern, Suchhunden und Hubschraubern brachte keinen Erfolg.

Die Hoffnung wollen die Ermittler aber nicht aufgeben: „Es besteht noch die Möglichkeit, den Jungen lebend zu finden.“ Doch allen Beteiligten ist klar, dass mit jeder Stunde die Chancen sinken. Auch die Umstände des Verschwindens bleiben weiter rätselhaft. Ob Tim entführt wurde oder auf eigene Faust die Wohnung verlassen hat, ist weiter völlig offen: „Wir haben keine neuen Erkenntnisse“, sagt der Sprecher. Nur so viel scheint klar: Vom Spielen müde, war der kleine Tim am Donnerstagabend in seinem Kinderzimmer eingeschlafen.

Die 21 Jahre alte Mutter wollte ihn nicht wecken und ließ ihn in seiner blauen Jeans und einem grauen Pulli weiterschlafen. Sie selbst habe sich im Wohnzimmer hingelegt und sei eingenickt, sagt sie der Polizei. Als die junge Mutter nach drei Stunden gegen 22 Uhr aufwachte und noch einmal nach dem Kleinen sehen wollte, sei dieser nicht mehr da gewesen. Völlig verzweifelt ruft sie die Polizei. Mehrere Streifenwagenbesatzungen suchen die nähere Umgebung der beschaulichen Straße im Elmshorner Zentrum ab. Tim finden sie nicht.

Am Samstag ist den Helfern die Enttäuschung anzusehen: Mit Schlauchbooten fahren Feuerwehrleute über einen kleinen See in der Nähe von Tims Zuhause. Taucher untersuchen den Grund des Gewässers. Doch auch im kalten Wasser findet sich keine Spur des kleinen Jungen.

„Ich habe selber Kinder“, erzählt Feuerwehr-Taucher Frank-Michael Schilling, während er sich den wärmenden Neoprenanzug auszieht, „das geht einem schon nah.“ Seit mehr als zwei Jahrzehnten taucht der 39-Jährige. Solche Einsätze seien die schwierigsten. „Wir versuchen, das zu verdrängen.Wir werden auf jeden Fall weitersuchen“, sagen die Helfer.

Doch wie lange, weiß am Samstag niemand so genau. Tims Mutter, die den Sohn allein erzieht, wird von geschulten Beamten psychologisch betreut. Dass sie, der Vater oder die Familie etwas mit dem Verschwinden zu tun haben könnten, sei unwahrscheinlich, sagt der Polizeisprecher.

Es ist nicht auszuschließen, dass das Kind das Opfer eines Verbrechens wurde. In Norddeutschland gab es in den letzten Jahren eine Serie, bei der Kinder spurlos verschwanden, unter anderem ein Junge, der im Schlafanzug aus einem Schullandheim verschleppt wurde. Die Taten wurden einem unbekannten Maskenmann zugeordnet. dpa/Tsp

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