Welt : Wo sind Ruth und José?

Drama um vermisste Kinder in Spanien

Madrid - Die spanische Polizei sucht seit knapp zwei Wochen nach zwei vermissten Kindern – Ruth und José. Von den Kleinen fehlt jede Spur. Leben das sechs Jahre alte Mädchen und sein zweijähriges Brüderchen überhaupt noch? Diese Fragen bewegen seit fast zwei Wochen die spanische Öffentlichkeit. Der Vater hatte die Kinder am 8. Oktober in der südspanischen Stadt Córdoba als vermisst gemeldet. Er habe die Kleinen zum Spielen in einen Park mitgenommen und sie dort aus den Augen verloren, als er mal kurz nach seinem Auto geschaut habe, sagte der 38-Jährige der Polizei.

Den Ermittlern kamen jedoch bald Zweifel an dieser Version. Denn bislang fand sich kein Zeuge, der den Mann mit den Kindern in dem Park gesehen hätte. Zudem machte es die Beamten stutzig, dass der Vater bei seinen Aussagen stets ausgesprochen kühl und gelassen blieb. Der 38-Jährige hatte als junger Mann sein Studium abgebrochen, war zur Armee gegangen und in Bosnien-Herzegowina im Einsatz gewesen. Später arbeitete er als Lkw- und Krankenwagen-Fahrer. Seit mehreren Monaten ist er arbeitslos. Seine Ehe scheiterte. Der Mann trennte sich von der Mutter der beiden Kinder und nahm die Kleinen seither an den Wochenenden in seine Obhut. Die Polizei ließ von Tauchern die Ufer des Flusses Guadalquivir nach den Vermissten absuchen. Besonders genau nahmen die Beamten eine Orangen- und Olivenplantage in Augenschein, die dem Vater des 38-Jährigen gehört. Auch der Einsatz eines Bodenradar-Geräts, das veränderte Strukturen im Erdreich aufzeigt, brachte nicht die geringste Spur von Ruth und José ans Tageslicht.

Die Mutter der Kinder hofft, dass die Kinder noch am Leben sind und sich in der Hand von Entführern befinden. dpa

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