Welt : Wo sitzt man im Flugzeug am sichersten?

Studien hierzu sind höchst widersprüchlich

Rainer W. During

Die Stewardess Antonia Martinez Jimenez sitzt normalerweise im Heck der Meschine. Vor der Katastrophe von Madrid hatte sie sich ausnahmsweise nach vorne gesetzt. Deshalb hat sie überlebt – wie 17 weitere Insassen. Platz 1 E rettete ihr das Leben, berichtet der britische „Telegraph“. Die Explosion schleuderte die Überlebenden aus der Maschine. Es stellt sich die Frage, wo im Flugzeug man am sichersten sitzt. Die Angaben der Experten sind hierzu widersprüchlich. Flugzeughersteller und Luftfahrtbehörden sagen, dass es den sichersten Platz im Flugzeug nicht gibt. Eine Analyse durch Popular Mechanics in den USA ergab aber, dass in elf von 20 Flugunfällen mit Überlebenden in den USA die Plätze im Heck um bis zu 40 Prozent größere Überlebenschancen boten. Je nach Art des Unfalls können sich auch die Plätze an den Notausgängen über den Tragflächen als vorteilhaft erweisen.

Letzteres wird von britischen Wissenschaftlern der Universität Greenwich gestützt, die sagen, dass Passagiere in den Notausgangsreihen oder eine Reihe davor oder dahinter am ehesten überleben. Diese Studie, aus der „Bild am Sonntag“ zitierte, ergab aber im Gegensatz zu der US-Studie, dass auch in den Reihen 2 bis 5 die Überlebenschance größer sei. Passagiere in der vorderen Hälfte hätten etwas größere Chancen als die in der hinteren Hälft – 65 Prozent zu 53 Prozent –, wie auch Passagiere auf Gangplätzen im Vergleich zu Mittel- oder Fensterplätzen – 64 Prozent zu 58 Prozent.

Eine weitere Frage stellt sich: Mit welcher Airline fliege ich am Ende tatsächlich? Einige Passagiere hatten eigentlich Lufthansa gebucht und fanden sich in der Maschine einer fremd klingenden Gesellschaft wieder. Die zunehmende Bildung von Luftfahrt-Allianzen führt dazu, dass Airlines ihre Flüge im sogenannten Code-Share-Verfahren auch unter den Flugnummern der Partnergesellschaften anbieten. So trug die in Madrid verunglückte Spanair-Maschine auch eine Lufthansa-Flugnummer. Auf der Buchungs-Website der deutschen Fluggesellschaft beispielsweise tragen die Partnerdienste hinter der Flugnummer statt dem Lufthansa-Zeichen das Symbol der Star Alliance. Wer auf die Nummer klickt, erfährt, welche Gesellschaft mit welchem Flugzeugtyp die Strecke bedient, und kann dann entscheiden, ob er tatsächlich damit fliegen will, auch wenn es keine Lufthansa-Maschine ist.

Sparen Fluggesellschaften an der Sicherheit? Treibstoffkrise und Wirtschaftsflaute haben viele Airlines in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. An der Sicherheit zu sparen, kann sich aber keine seriöse Fluggesellschaft leisten. Für jedes Modell sind genaue Wartungsintervalle vorschrieben, deren Einhaltung in Deutschland beispielsweise das Luftfahrtbundesamt überwacht. Außereuropäische Wartungsbetriebe, die eventuell billiger sind, dürfen in der EU zugelassene Flugzeuge nur betreuen, wenn sie nach entsprechender Kontrolle eine Zulassung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA erhalten haben.

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