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Wohnen im Townhouse : In der Tiefe des Raumes

04.09.2012 15:22 Uhrvon
Stadtvilla in der Vertikale. Den einen Wohnstil für ein Townhouse gibt es nicht. Man muss ihn individuell entwickeln.Bild vergrößern
Stadtvilla in der Vertikale. Den einen Wohnstil für ein Townhouse gibt es nicht. Man muss ihn individuell entwickeln. - Foto: Florian Kleinefenn

Die langen schmalen Räume im Townhouse einzurichten ist eine Herausforderung. Dezentrale Lichtführung und einheitliche Böden schaffen Platz für Persönlichkeit.

Sie sind die urbane Version des Reihenhauses mit Garagenstellplatz, Garten und Dachterrasse: Stadthäuser – neudeutsch auch Townhouses genannt. Mitten in der Stadt und dennoch im Grünen. Mit Hausbreiten von fünf bis sieben Metern und einer etwa dreifachen Tiefe gelten diese mehrstöckigen Neubauten als Altnative zu großen Altbauwohnungen. Allerdings verlangt die schlauchartige Grundfläche bei Innenausbau und Einrichtung Geschick und Verständnis für die Besonderheiten der Architektur.

 Gerade das Thema Licht spielt eine wichtige Rolle. „Das Geheimnis sind hohe Fenster“, sagt Innenarchitektin Christa Fischer.

„Wenn man außerdem für die Wände eine helle Farbe wählt, die gut reflektiert, muss man vor der Tiefe der Räume keine Angst haben.“ Aktuell sei grau sehr angesagt, wobei sie aber von dunklen Tönen abraten würde. „Die brauchen dann wieder mehr Licht“, sagt sie. Auch seien zu viele harte Kontraste nicht sehr wohnlich. Besser ist es, eine harmonische Farbskala zu finden und das Tageslicht zu nutzen.

Im Townhouse des bekannten Typografen Erik Spiekermann hat Christa Fischer genau das realisiert. „Das Haus hat sowohl zur Straße als auch nach hinten raus vom Boden bis zur Decke Fenster“, erzählt sie. Als Farbpalette für die Wände hat sie einen hellen Grauton gewählt und passend dazu die leichten, warmen Töne der Holzwerkstoffe, die für die Einbauten genutzt wurden. Sie passen gut zum nackten Beton, der an ausgewählten Stellen sichtbar ist.

Auch die Böden aus grobem Estrich fügen sich in die Farbskala, wobei im Schlafzimmer grauer Schiefer als Kontrast zu den hellen Wänden eingesetzt wurde. Das Gesamtbild wirkt dennoch harmonisch und angenehm zurückhaltend. Und genau das soll es auch. Denn die Innenarchitektur soll weder die Einrichtung, noch die Architektur überlagern. Vielmehr geht es darum, mit dem Material- und Farbkanon eine Hintergrundfolie für den persönlichen Ausdruck zu gestalten und der Architektur Kraft zu geben, wie Fischer erklärt.

In der Raumaufteilung ist dieses insgesamt achtstöckige Townhouse wie aufeinandergestapelte Lofts gegliedert, wobei die Deckenhöhe variiert und so ein nur 2,28 Meter hohes Zwischengeschoss die Büroräume auf den unteren Etagen vom Wohnbereich darüber trennt. Zimmer im klassischen Sinne gibt es bis auf die Badezimmer nicht. Allerdings können die durchgehenden Etagenräume auch durch Schiebewände geteilt werden. So etwa im dritten Stock, wo mit einem Handgriff ein Gästezimmer mit privatem Bad und offener Küche von der restlichen Etage abgetrennt werden kann. Möglich wird das durch eine pfiffige Kombination von Einbauelementen. „Hier wurden die Einbauschränke in die Architektur eingeplant. Sie sind Teil der Wände“, erläutert Christa Fischer. „Das erzeugt neben der Flexibilität eine visuelle Ruhe und eine gewisse Leichtigkeit.“

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