Wohnhausbrand : Tote und Veletzte bei Feuer in Köln-Mülheim

Bei einem Großbrand in einem siebengeschossigen Wohnhaus in Köln sind am frühen Samstag fünf Menschen gestorben, darunter zwei kleine Brüder. Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt.

Köln - Die Jungen waren fünf und sieben Jahre alt. Sechs Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Nach Angaben der Polizei vom Samstag gehören vier der Toten einer Großfamilie aus Angola an. Ihre Wohnung hatte sich mit Rauch gefüllt, sie starben an Vergiftungen. Ein 70 Jahre alter Mann, in dessen Wohnung das Feuer ausgebrochen war, erlag später in einem Krankenhaus seinen Brandverletzungen. Seine gleichalte Frau wurde schwer verletzt. Die Ursache des verheerenden Feuers sei noch unbekannt. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund wurde ausgeschlossen.

Mehrere Bewohner des Hauses in Köln-Mülheim hatten am Samstag gegen 1.50 Uhr die Feurwehr alarmiert. Sie berichteten, dass es im zweiten Obergeschoss heftig brenne und dass das Treppenhaus nicht mehr zu passieren sei. Bei Eintreffen der Brandbekämpfer schlugen die Flammen über zwei Etagen an der Fassade hoch und hüllten das ganze Gebäude in dichte Rauchschwaden. Zahlreiche Bewohner, die sich angsterfüllt an Fenster oder auf Balkone geflüchtet hatten, wurden über Drehleitern gerettet.

Auf dem Balkon im vierten Obergeschoss rief eine junge Frau mit einem Kleinkind um Hilfe. Den Feuerwehrleuten berichtete sie, dass sich in ihrer Wohnung noch fünf weitere Menschen befänden. Ihr Mann, die beiden Jungen und ein Verwandter konnten zwar noch mit Rauchvergiftungen geborgen werden, starben jedoch nach Herz- Kreislauf-Stillstand.

Den Angaben zufolge hatte die aus der Brand-Wohnung geflüchtete 70-jährige Frau den Helfern berichtet, ihr Mann sei noch in den brennenden Räumen im zweiten Stock. Die Feuerwehrleute bargen ihn mit schwersten Verletzungen aus der Küche. Doch er starb später in einer Klinik. Eine zerborstene Fensterscheibe der Wohnung im vierten Stock war offenbar die Ursache dafür, dass die tödlichen Gase vom Brandherd zwei Etagen tiefer bis in die Wohnung der Angolaner vordringen konnten.

In einem Bus der Feuerwehr wurden 34 aus dem Haus Geborgene betreut, unter anderem von Notfallseelsorgern. Rund 110 Rettungskräfte waren im Einsatz. Das Feuer ist der folgenschwerste Brand in Köln seit 1987. Damals waren bei einem Wohnungsbrand in der Innenstadt ebenfalls vier Menschen getötet worden. (tso/dpa)

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