Welt : "World Heli Challenge": Extremisten auf Skiern

Andreas Oswald

Das ist nichts für alpine Abfahrtsläufer. "Heli-Sportler" lassen sich von Helikoptern auf den Gipfeln absetzen und rasen von dort zu Tal. Die Neigung beträgt mitunter 45 Grad, manchmal geht es senkrecht runter. Sie überspringen Gletscherspalten oder fallen in sie hinein, sie springen in atemberaubendem Tempo über Felsvorsprünge, drehen dabei Saltos und Pirouetten und werden von Juroren begutachtet. Gestern veröffentlichte die Agentur Reuters erste Fotos von dem "World Heli Challenge" in Neuseeland. Bei diesem Wettbewerb treten die waghalsigsten Ski-Extremisten gegeneinander an. Das Wort Heli steht für Helicopter und die Frauen und Männer, die sich da in die Tiefe stürzen, nennen sich mitunter "The Heli Tribe", der Heli-Stamm. Fünf Helikopter haben gestern die Skifahrer auf den Gipfel des Mount Albert in der Nähe von Queenstown gebracht. Von dort rasten sie zu Tal.

An dem Wettbewerb nahmen insgesamt 35 Skifahrer und 35 Snowboarder teil, unter ihnen 16 Frauen. "Traditionelle Ski-Wettkämpfe verfehlen mit ihren Regeln völlig den entscheidenden Punkt, worum es beim Skifahren geht", erklärten die Veranstalter im Internet.

Es geht den Extremsportlern um Selbstentfaltung ohne jede Regel, um die persönliche Befriedigung, wenn sie besonders komplizierte Situationen meistern und wenn ihnen besondere akrobatische Figuren gelingen, die allenfalls eine Handvoll Gleichgesinnte sehen.

Als Sieger unter den Skifahrern wurden gestern bekannt gegeben: Robert Olssen aus Schweden, Guerlin Chicherit aus Frankreich und an dritter Stelle Chris Davenport aus den USA. Kaum ein Sportfan kennt diese Namen. Für eine kleine Gemeinde aber sind sie Helden.

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