World Trade Center : Versicherungen müssen zahlen

Sieben große Versicherungen haben sich nach jahrelangen Streits auf einen Milliardenvergleich geeinigt, der den Weg für den Wiederaufbau zerstörten World Trade Centers in New York ebnet.

New York - Die Versicherungen zahlen insgesamt zwei Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro). Zu den Versicherungen gehören die Allianz Global Risk, die Travelers Companies, die Zurich American, Swiss Re, Employers Insurance, Industrial Risk Insurers und Royal Indemnity, berichtete die "New York Times". Die Versicherungen gaben im Rahmen der Vergleichsvereinbarungen nicht bekannt, wieviel der Gesamtsumme jeweils auf sie entfällt. Die Allianz betonte, auf sie kämen keine zusätzlichen Belastungen zu, weil der Betrag bereits durch Rückstellungen abgedeckt sei.

Der New Yorker Gouverneur Elliot Spitzer hatte den Vergleich in New York bekannt gegeben. Es sei der größte Versicherungsvergleich in der Geschichte der Branche, sagte Andreas Shell, der Krisenanspruchs-Koordinator der Allianz der "New York Times" zufolge. Sein Unternehmen sei "sehr glücklich über das Ergebnis". Die übrigen der zwei Dutzend Versicherungen hatten bereits 2,55 Milliarden Dollar gezahlt, so dass insgesamt 4,55 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau zur Verfügung stehen. Die Schätzungen für den Bau des "Freedom Tower" und von mehreren anderen neuen Gebäuden auf dem Gelände des World Trade Centers wurden von der Zeitung auf insgesamt neun Milliarden Dollar beziffert.

"Freedom Tower" soll drei Milliarden Euro kosten

Im Rahmen des Vergleichs erhält Larry A. Silverstein (76) nach Angaben der Zeitung 1,13 Milliarden Dollar. Er hatte das World Trade Center von der Port Authority geleast, einer den benachbarten Bundesstaaten New York und New Jersey gehörenden Behörde. Dieser gehörte das World Trade Center. Die Behörde wird im Rahmen des Vergleichs 870 Millionen Dollar bekommen. Sie sollen für den "Freedom Tower" verwendet werden, der drei Milliarden Dollar kosten soll. Es ist der höchste und wichtigste Wolkenkratzer, der auf "Ground Zero" errichtet werden soll, dem Gelände des World Trade Centers.

Silverstein hatte auf das World Trade Center Versicherungen von 3,5 Milliarden Dollar abgeschlossen, doch wollte er ursprünglich sieben Milliarden Dollar Schadenersatz. Er hatte argumentiert, dass es sich um zwei Zwischenfälle gehandelt habe, da zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers geflogen waren. Es hatte jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen mit den Versicherungen gegeben. Sämtliche noch verbliebenen Rechtsstreitigkeiten sind durch den Vergleich jetzt beigelegt worden. (tso/dpa)

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