Wunderding : Sicherheitsroboter für die Fußball-WM vorgestellt

Ein Jahr vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist der Sicherheitsroboter für die WM 2006 präsentiert worden. Das Wunderding soll zum Aufspüren atomarer, biologischer oder chemischer Gefahren benutzt werden.

Berlin (08.07.2005, 17:14 Uhr) - Das von der Berliner Firma Robowatch Technologies GmbH entwickelte Gerät OFRO+detect sei ein geeignetes Mittel im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Geschäftsführer Ulf Stremmel am Mittwoch. Gerade bei Veranstaltungen mit Menschenmassen könnte der wie ein Mini-Panzer anmutende Roboter, der auf Ketten fährt, eingesetzt werden. Laut Firma ist es weltweit der erste mobile Freiland-Aufklärungsroboter für ABC-Gefahren.

Doch ob der einen Zentner schwere Aufklärer mit turmartigen Aufbau und Tarnfarbe bei der Fußball-WM seine Runden drehen wird, ist noch unklar. Ohnehin wäre der Einsatz der hochsensiblen Technik nur ein Element in dem Nationalen Sicherheitskonzept von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und mehreren Ländern. Geschäftsführer Stremmel rechnete nicht damit, dass das Bundesinnenministerium einen solchen knapp 80 000 Euro teuren Freiland-Roboter kauft. Der Weltfußballverband und der DFB würden die Regeln vorgeben.

Mit dem neuen Gerät könne bei möglichen Anschlägen Zeit gewonnen werden für Gegenmaßnahmen und eine Massenpanik eingedämmt werden, erläuterte der Geschäftsführer. Es sei nicht auszuschließen, dass Terroristen, verwirrte Einzeltäter oder Trittbrettfahrer Anschläge bei der WM planten.

Mit dem Berliner Olympiastadion, wo am 8. Juni 2006 die Eröffnungsfeier des Weltfußballverbandes sowie sechs WM-Spiele stattfinden, liefen derzeit Gespräche, sagte Geschäftsführer Stremmel. Auch aus anderen Stadien sowie von Sicherheitsfirmen gebe es Anfragen. Die Firma werde die neue Generation ihres bisherigen Freiland-Roboters auch vermieten, kündigte Stremmel an. Pro Monat könnte das 3500 Euro kosten. Bislang müssten Menschen radioaktive Substanzen oder Giftgas aufspüren.

Chefentwickler und Geschäftsführer Jens Hanke pries die Vorteile des elektronischen Helfers: Ohne Pause kann der Roboter zwölf Stunden lang ein Gelände von bis zu 10 000 Quadratmetern mit Sensoren bei einer Geschwindigkeit bis zu fünf Kilometer in der Stunde absuchen, von Thermokameras aufgenommene Bilder übermitteln, die Luft kontrollieren und Alarm an eine Zentrale funken. «Unser Roboter lässt sich nicht einschüchtern und ist nicht bestechlich.» (Von Jutta Schütz, dpa)

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