Welt : WWF fordert Beseitigung des Schlamms in der Region Baia Mare

Die Giftflut im ungarischen Fluss Theiß ist nach Einschätzung des WWF-Aueninstituts eine tickende "Zeitbombe" für die Umwelt, die so schnell wie möglich entschärft werden muss. Sorge bereitet den Umweltexperten des World Wide Fund For Nature vor allem die noch unbekannte Konzentration der Schwermetalle in dem Gewässer. Als Sofortmaßnahme forderten sie am Dienstag in Rastatt die Beseitigung des schwermetallhaltigen Schlamms, der noch ungesichert auf Feldern in der nordwestrumänischen Region Baia Mare liege. Dort war vor drei Wochen in einem Goldbergwerk ein mit Zyanid-Lauge gefülltes Abwasserbecken geborsten. Die mit Schwermetallen versetzte Gift-Lauge war über die Flüsse Somes und Theiß in die Donau gelangt. Für das Donaudelta am Schwarzen Meer bestehe jedoch nach einer ersten Einschätzung keine Gefahr, berichteten die WWF-Experten. Bis die Blausäuresalz-Lauge dorthin gelangt sei, sei sie entsprechend verdünnt. Nach WWF-Angaben hatten sich nach dem Dammbruch an dem Abwasserbecken am 31. Januar rund 100 000 Kubikmeter zyanid- und schwermetallhaltigen Wassers in einen nahe gelegenen Bach ergossen. Von dort geriet es in den Somes, danach in die Theiß und weiter in die Donau. Wie der WWF-Experte Tony Long am Dienstag in Brüssel berichtete, war das Unglück vorherzusehen und vermeidbar. Er forderte die Minenindustrie auf, beispielsweise spezielle Dämme gegen den Austritt von Giftstoffen in die Anlagen zu integrieren. "Nur eine Verpflichtung, Technologien und Umweltstandards des 21. Jahrhunderts anzuwenden, kann der Industrie das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückbringen", sagte Long. Die EU müsse gesetzliche Instrumentarien schaffen, damit solche Unglücke künftig vermieden werden können. Der WWF in Brüssel verlangte eine Liste aller Minentätigkeiten in Europa, bei denen Schwermetalle freigesetzt werden.

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