Welt : Zahn um Zahn

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Spätestens seit Steven Spielbergs Film „Der weiße Hai“ ist dessen Ruf endgültig ruiniert. Inzwischen ist er selbst ein Gejagter. Der Grund ist nicht, dass er so gut schmeckt. Verwertet werden höchstens seine Flossen . Der Grund für die erbarmungslose Jagd auf den weißen Hai ist sein Mythos. Tausende Sportfischer stellen ihm vor den Küsten Südafrikas und bis vor kurzem Australiens mit ihren schicken Jachten nach. Abgesehen haben sie es nur auf seine Zähne .

MEHR SCHUTZ

Australien hat nun die Jagd in seinen Küstengewässern verboten. Bei der Cites-Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen, die am Samstag in Thailand beginnt, ist der Schutz des weißen Hais auf Antrag Australiens ein wichtiges Thema geworden. Die Naturschutzorganisation Wild-Aid spricht von einer „globalen Hai-Krise“. Der Meeresbiologe Andrew Chin, der für den Nationalpark Great Barrier Reef arbeitet, sieht die steigenden Hai-Fangzahlen in dem gewaltigen Riffsystem vor der Nordostküste Australiens mit Sorge. In zehn Jahren habe sich die Menge auf knapp 1300 Tonnen im Jahr 2003 vervierfacht, berichtet er. „Man weiß nicht viel über die Haivorkommen, deshalb wissen wir auch nicht, ob die Haie diesem Druck standhalten.“ Weltweit werden pro Jahr nach Schätzungen von Wild-Aid mindestens 100 Millionen der Raubfische von Menschen getötet.

MEHR WERT

Umgekehrt belaufe sich die Zahl der Haiattacken auf Menschen pro Jahr auf einige Dutzend. Das Museum für Naturgeschichte in Florida zählte 2003 weltweit 55 „nicht provozierte Angriffe“, nach 63 im Jahr davor. Haie sind auch ein Wirtschaftsfaktor im Tourismus. Einen Hai zu sehen, steht bei vielen Hobbytauchern ganz oben auf der Wunschliste. Studien auf den Malediven ergaben, dass ein lebender Raubfisch pro Jahr etwa 3300 US-Dollar (rund 2680 Euro) wert ist, während er tot auf dem Markt gerade einmal 32 Dollar abwirft. dpa/Tsp

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