Zeitungsbericht : Neue Erkenntnisse im Diana-Fall

Britische Ermittler haben zum Tod von Prinzessin Diana offenbar neue Erkenntnisse gewonnen. Sie widersprechen den immer noch kursierenden Mord-Theorien.

London - Entgegen Behauptungen des Vaters ihres damaligen Liebhabers Dodi Al Fayed sei Diana keineswegs schwanger gewesen, berichtete die Zeitung «Daily Mail» am Sonntag. Entsprechende Informationen und Aussagen lägen dem Leiter der offiziellen britischen Untersuchung, Lord John Stevens, vor. Eine angebliche Schwangerschaft von Prinzessin Diana, der früheren Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles, steht im Zentrum unbestätigter Verschwörungstheorien und wiederholter Mordvorwürfe.

Sie wurden vor allem von Dodis Vater, dem Warenhaus- und Hotelmillionär Mohammed Al Fayed, gegen die königliche Familie und den britischen Geheimdienst erhoben. Laut «Daily Mail» wirft Al Fayed konkret Prinz Philip, dem bald 85-jährigen Ehemann von Königin Elizabeth II., vor, den Geheimdienst MI6 zur Ermordung Dianas veranlasst zu haben. Das Königshaus habe nicht hinnehmen wollen, dass die Ex-Frau des künftigen Monarchen ein Kind von Dodi Al Fayed haben würde. Die britische Königsfamilie lehnt es grundsätzlich ab, zu Spekulationen um den Tod Dianas Stellung zu nehmen.

Den Zeitungsangaben zufolge hat inzwischen eine damalige enge Freundin Dianas bei einer Vernehmung durch Ermittler Lord Stevens ausgesagt, die Prinzessin habe bei einer Begegnung mit ihr am 20. August 1997 ihre Regelblutung bekommen. Es sei daher biologisch ausgeschlossen, dass sie zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls am 31. August in Paris schwanger war. Über die Aussage berichtete der Ehemann der Diana-Freundin, der Journalist Dominic Lawson, in einem umfangreichen Beitrag für die «Daily Mail».

Danach soll Lord Stevens auch bereits seit längerem ein Bericht des britischen Pathologen Robert Chapman vorliegen, der die Leiche Dianas untersucht und erklärt habe, sie sei nicht schwanger gewesen. In dem Wrack des Unfallwagens, den die französischen Behörden dem Team von Lord Stevens übergaben, seien zudem Blutspuren der Insassen gesichert worden. Sie seien auf eventuelle Beweise für eine Schwangerschaft untersucht worden.

Chefermittler Stevens hatte kürzlich in britischen Medien mit der Bemerkung für Schlagzeilen gesorgt, ihm lägen inzwischen neue Erkenntnisse vor. «Wir haben neue Zeugenaussagen und neue gerichtsmedizinische Beweise», erklärte er bei einer Buchmesse. Er nannte keine Einzelheiten. Lord Stevens hatte zuvor mehrfach erklärt, sein Team werde sämtlichen Verschwörungstheorien äußerst sorgfältig nachgehen.

Der Abschlussbericht der britischen Untersuchung wird im August erwartet. 1999 waren die französischen Behörden zu dem Schluss gekommen, der Tod Dianas und ihres Liebhabers sei Folge eines Unfalls, den der französische Chauffeur Henri Paul unter Alkoholeinfluss durch zu schnelles Fahren verursacht habe. (tso/dpa)

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