Zella-Mehlis : Mary-Jane – eine Stadt sucht einen Mörder

Rückschlag für die Ermittler: Nach dem gewaltsamen Tod der siebenjährigen Mary-Jane aus dem thüringischen Zella-Mehlis haben sich erste Spuren als falsch erwiesen. Die gefundenen Schultaschen gehörten nicht dem Opfer.

Julia Link
Trauernde zünden Kerzen an und legen Blumen nieder. Foto: dapd
Trauernde zünden Kerzen an und legen Blumen nieder.Foto: dapd

Bei einer von zwei gefundenen Schultaschen sei bereits sicher, dass sie nicht Mary-Jane gehörte, sagte der Pressesprecher der Polizei Suhl, Eberhard Wagner. Die ursprünglichen Besitzer hätten sich bei der Polizei gemeldet und erklärt, den Ranzen in einem Altkleidercontainer entsorgt zu haben. Auch im Fall der zweiten Tasche geht die Polizei davon aus, dass es nicht die von Mary-Jane ist.

Wagner zufolge hatte sie ein Anwohner in einem Müllcontainer im rund 20 Kilometer entfernten Geraberg gefunden. Trotz der Fundorte der Schultaschen sucht die Polizei nicht systematisch alle Müll- und Altkleidercontainer in der Umgebung ab. „Dafür haben wir gar nicht das Personal“, sagte Wagner. Stattdessen hoffen die Beamten bei der Suche nach dem auffällig roten Schulranzen auf Informationen aus der Bevölkerung. Am Sonntag und Montag waren die zwei Schulranzen aufgetaucht, die dem gesuchten „in Form, Größe und Farbe sehr ähnlich sind“, berichtet Wagner.

Auch der Mann, der die Erstklässlerin am Freitagnachmittag zeitweise begleitet hat, ist noch nicht aufgetaucht. Etwa 70 Polizisten arbeiten momentan Tipps aus der Bevölkerung zu dem unbekannten Begleiter von Mary-Jane ab. Laut Zeugenaussagen soll am späten Freitagnachmittag ein ungefähr 40-jähriger, schlanker Mann das Mädchen begleitet haben. Den Angaben zufolge trug er eine Baseballkappe und hatte einen Dreitagebart. Es gebe bereits hunderte Hinweise aus dem gesamten Bundesgebiet, denen jetzt Prioritäten zugeordnet würden, beschreibt Wagner das Vorgehen. Der Gesuchte sei zumindest ein wichtiger Zeuge.

Auch die Suche nach Hinweisen rund um den Fundort der Leiche geht weiter. Etwa 150 Beamte durchkämmen Wagner zufolge das Waldgebiet sowie angrenzende Gärten und Wiesen. An allen Schulen in Zella-Mehlis seien ebenfalls Polizisten im Einsatz. Auch Streifen, die die Schulwege sichern, seien unterwegs.

Zu den Umständen der Tötung machte Wagner aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben. „Wir wissen da nur wenig und das Wenige kann ich nicht sagen“, sagte er. Wie die Siebenjährige umgekommen sei, sei eindeutig Täterwissen, mit dem Trittbrettfahrer herausgefiltert werden könnten. mit dpa

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