Welt : Zu scharf für Pornos

Sony und Toshiba kämpfen um die Vorherrschaft bei hochauflösenden DVDs

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Mit dem hochauflösenden Fernsehen steht demnächst auch die hochauflösende DVD auf dem Programm. Hinter den Kulissen tobt eine heftige Schlacht, welche Konzerne sich mit ihrer Technik durchsetzen werden: Sonys Blue-ray oder das Konsortium um Toshiba mit seinem HD- DVD-Standard. Der Kampf gewinnt an Schärfe dadurch, dass es möglicherweise die Pornoindustrie sein wird, die diese Schlacht der Giganten entscheiden wird. Im Katalog der CES, der wichtigsten Elektronikmesse in Las Vegas, hatte die Pornobranche bereits angedeutet, dass sie die letzte Entscheidung treffen wird, wie schon bei dem Videoformat VHS, das sich als schlechtere Technik gegen Sonys Betamax durchsetzte. Dabei kommt die schiere Marktmacht der Pornoindustrie zum Tragen, die in den USA mehr umsetzt als Hollywood selbst.

Die Pornoindustrie hat ein Problem mit guter Technik: „Wenn bei einem Darsteller jeder Pickel zu erkennen ist, dann ist das nicht ganz so prickelnd“, erklärt eine Mitarbeiterin des Essener Produzenten Magmafilm. Vor allem Hautirritationen im Intimbereich, so die Expertin, müssten nun aufwändig bekämpft werden. „Aus der Sicht einer Frau hassen wir hohe Auflösung“, sagte die US- Darstellerin Jenna Jameson der „New York Times“, und Kollegin Stefani Morgan beklagte: „Ich möchte eine Fantasie bleiben. Ich möchte keine Fehler zeigen.“ Die „International Herald Tribune“ schrieb, viele Darsteller planten wegen der neuen Technik schönheitschirurgische Eingriffe. In Deutschland sieht Magma-Filmer Nils Molitor die Dinge gelassener: „Durch die enorme Schärfe müssen alle am Film beteiligten Personen genauer arbeiten – angefangen beim Lichtsetzen über die Deko bis hin zur Maske.“ Man verwende jetzt Spezial- Make-up, das besser decke.

Die US-Pornoindustrie scheint im Moment eher das HD-DVD-Format zu bevorzugen. Die ersten Titel sind in diesen Tagen erschienen, weitere sind angekündigt. „Die HD-DVD ist in der Herstellung etwas günstiger“, sagt Marcus Pritsch von der Stiftung Warentest, „weil man dafür die gleichen Maschinen verwenden kann, auf denen auch konventionelle DVDs gepresst werden.“ Sony-Sprecher Babin bleibt trotz erster Trends, die gegen ihn sprechen, optimistisch: „Wir haben mehr als 170 Unternehmen, die sich Blu-ray verpflichtet haben“, sagte er. „Was immer in der Vergangenheit mit Betamax passiert ist, es wird sich nicht wiederholen.“

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