Welt : Zuckerkrank durch Cola?

Im Prozess um die Schadenersatzklage eines zuckerkranken Richters gegen Coca-Cola Deutschland soll jetzt ein medizinischer Gutachter eingeschaltet werden. Der Sachverständige soll klären, welcher Zusammenhang zwischen dem Genuss von Coca-Cola und der Diabetes-Erkrankung besteht, erklärte am Donnerstag die 16. Zivilkammer des Landgerichts Essen. Der Vizepräsident des Landgerichts Neubrandenburg verlangt als Kläger rund 11 000Mark (umgerechnet rund 5620 Euro) Schmerzensgeld und weiteren Schadenersatz, weil er seinen jahrelangen Konsum von Coca-Cola zumindest mitverantwortlich für seine Krankheit macht.

Der Gutachter soll dem Gericht die Frage beantworten, ob die von dem 45-jährigen Hans Josef Brinkmann angegebene Menge von etwa einem Liter Coca Cola täglich allein ausreicht, die Zuckerkrankheit hervorzurufen. Es soll dabei auch geklärt werden, welche Rolle eine entsprechende Veranlagung und weitere Faktoren spielen, wie Brinkmanns Konsum von Schokoriegeln.

Zudem müsse der Richter glaubhaft darstellen, dass ihn Warnhinweise auf den Produkten von seiner ungesunden Ernährungsweise abgehalten hätten. Brinkmann stützt seine Klage auf die Ansicht, dass Coca Cola auf seinen Produkten vor den möglichen gesundheitlichen Folgen zu hohen Zuckerkonsums warnen müsse.

Über eine gleichgerichtete Klage Brinkmanns gegen den Schokoriegel-Hersteller Masterfood soll am 16. Januar vor dem Landgericht Mönchengladbach verhandelt werden.

Der Richter hatte nach eigener Darstellung jahrelang täglich bei der Arbeit mehrmals Coca Cola getrunken und und dazu Schokoriegel verputzt. Grund für diese ungesunde Ernährungsweise sei die hohe Arbeitsbelastung am Landgericht Neubrandenburg gewesen, wo er seit 1994 tätig war. 1998, nach vier Jahren Cola-Genuss, diagnostizierten die Ärzte bei dem Richter Diabetes Mellitus Typ II.

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