Welt : Zuerst zum Mond, dann zur Sonne

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(dpa). Mehr als drei Jahrzehnte nach der letzten ApolloMondlandung der Amerikaner wollen jetzt erstmals die Europäer den immer noch geheimnisvollen Erdtrabanten erkunden. „Smart 1“ heißt die 350 Kilogramm schwere und mit zehn Experimenten bestückte Sonde, die in dieser Woche auf dem europäischen Raumfahrtbahnhof von Kourou im Dschungel von Französisch-Guyana startklar gemacht wird.

In der Nacht zum 28. September soll die „Smart 1“ genannte Mond-Sonde mit einer Ariane-5-Rakete in den Weltraum befördert werden. „Smart 1“ nähert sich dann in einer immer enger gezogenen Spirale gemächlich dem Mond, dessen Schwerefeld die Sonde in etwa 16 Monaten erfasst und in seine Umlaufbahn lenkt. Auf dem Erdtrabanten landen wird Europas Kundschafter jedoch nicht. Laut Bernard Foing, dem zuständigen Projektwissenschaftler der Mond-Mission, ist die wichtigste Technologie von „Smart 1“ (Small Mission for Advanced Research and Technology) der neue Ionenantrieb der Sonde. Denn wenn er funktioniert, dann erst werden auch ein Flug Europas zum Merkur sowie der Start eines Sonnen-Orbiters möglich. Auf dem Mond könnte viel Energie produziert werden, davon ist Foing überzeugt. „Wir kehren zum Mond zurück, weil wir denken, dass Leben und Arbeiten dort wirklich eine Zukunft hat.“

Die zahlreichen Anhänger von Mond-Missionen sehen auf dem 384000 Kilometer entfernten Trabanten des Planeten Erde Siedlungen auch für touristische Zwecke entstehen, Industrieanlagen und Testgelände für künftige Fernreisen, die auch zum Roten Planeten Mars führen könnten.

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