Welt : Zum Angewöhnen: Eine illustrierte Erzählerbibliothek

Rolf Brockschmidt

"Erzählungen - Literatur, Geschichten eben - sollten Freude und Spaß bereiten, geheime Zugänge in die wahre, fantastische Welt eröffnen, genauso wie die neueste CD oder ein Wahnsinnsfilm aus Hollywood" schreibt T. C. Boyle im Nachwort zu seinem Band "Der Fliegenmensch". (144 Seiten, 14,50 DM). Dieser Satz könnte das Motto für die Erzählerbibliothek abgeben, die in der Reihe Hanser beim Deutschen Taschenbuch Verlag München von Januar an startet. "Große Literatur für junge Leute" ist das Ziel, jeweils mit einem Nachwort versehen und aufwendig illustriert. Zu Boyle hat Rotraut Susanne Berner ihre Zeichnungen beigesteuert und zeigt, dass sie auch für 15-jährige illustrieren kann. Geradezu genial sind Jacky Gleichs eckige, harte Zeichnungen zu "Katz und Maus" von Günter Grass (176 Seiten, 16,50 DM). Und magisch-beklemmend die Zeichnungen von Hannes Binder zu Franz Kafkas "Das Urteil und andere Erzählungen" (96 Seiten, 12,50 DM). Diese Bibliothek aus Klassikern und Gegenwartserzählern, deutschen und internationalen, hat gerade wegen ihrer ungewöhnlichen Mischung und ansprechenden Gestaltung das Zeug zum Sammelobjekt.

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