Zwickau : Stiefvater quält Kind zu Tode

Im Oktober wurde der vierjährige Mehmet aus Zwickau misshandelt und ist daran gestorben. Sein Stiefvater gesteht die Tat - die Mutter muss sich wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten.

Zwickau - Der Junge war nach Gewalttaten des Stiefvaters (45) an Gehirnblutungen gestorben. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Der Mann hatte die Misshandlungen am ersten Verhandlungstag eingeräumt. Er sei mit der Erziehung des Jungen überfordert gewesen. Der Mutter wirft die Staatsanwaltschaft vor, nicht eingeschritten zu sein.

Nach Auffassung der sozialpädagogischen Familienhelferin der Stadt Zwickau hatte sich das Zusammenleben der 28-jährigen Mutter mit ihrem Lebensgefährten positiv auf Mehmet und seinen zwei Jahre älteren Bruder ausgewirkt. Die Helferin beschrieb die Mutter als "liebevoll". Sie habe mit den Kindern gespielt, gebastelt oder Ausflüge unternommen.

Die Erzieherinnen im Kindergarten hätten an dem Vierjährigen nie Anzeichen von Misshandlungen bemerkt, sagte die Kindergartenleiterin vor dem Zwickauer Landgericht. Die Kinder der Familie seien glücklich und ausgeglichen gewesen. Auch im Verhältnis von Stiefvater und Mehmet habe es nichts Auffälliges gegeben. (tso/dpa)

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