''Weltwärts'' : Regierung fördert freiwillige Entwicklungshelfer

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat heute den Freiwilligendienst "Weltwärts" gestartet. Junge Schulabgänger können künftig mit staatlicher Unterstützung Dienst in einem Entwicklungsland leisten.

BerlinDer staatlich mitfinanzierte Freiwilligendienst des Entwicklungsministeriums stößt nach Angaben von Wieczorek-Zeul (SPD) auf großes Interesse. Schon im nächsten Jahr könnten bis zu 3000 Jugendliche zu Hilfsprojekten im Ausland entsandt werden, sagte Wieczorek-Zeul beim Start des Förderprogramms. Hilfsorganisationen unterstützen das Vorhaben, sie kritisierten zuletzt aber das Finanzkonzept.

"Die Nachfrage ist wirklich enorm", sagte die Ministerin. Das Angebot richtet sich an Freiwillige zwischen 18 und 28 Jahren, die nach der Schule oder Ausbildung für 6 bis 24 Monate in Projekten in Entwicklungsländern mitarbeiten wollen. Dazu stellt der Bund den Trägerorganisationen pro Helfer einen Zuschuss von monatlich 580 Euro bereit. Den Freiwilligen selbst entstehen keine Kosten. Insgesamt will der Bund pro Jahr bis zu 70 Millionen Euro zuschießen, um damit maximal 10.000 Hilfseinsätze - vor allem in Afrika - zu finanzieren.

Kirchen unterstützen das Programm

Der Dachverband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen lehnte eine 25-Prozent-Eigenbeteiligung der Träger an den Kosten ab. Allerdings können die Träger auch Sachleistungen - etwa für Verpflegung oder Unterkunft - beisteuern. Kirchenverbände begrüßten die Initiative. Die Kirchen hätten großes Interesse am Erfolg des Programms und seien bereit, trotz schwieriger Finanzbedingungen in Vorleistung zu gehen.

Wieczorek-Zeul hatte den neuen Freiwilligendienst bereits im Januar angekündigt. Die Träger beginnen nun damit, Stellen für die Freiwilligen auszuschreiben. Ein Paket zur Stärkung von Freiwilligendiensten insgesamt in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft hatte das Bundeskabinett Mitte Juli verabschiedet. Der Gesetzesnovelle zufolge kann ein Freiwilligendienst höchstens 24 Monate dauern. Zudem können mehrere kürzere Freiwilligendienste hintereinander absolviert und Einsatzstellen im In- und Ausland miteinander kombiniert werden. Die Grünen forderten dennoch ein Gesamtkonzept für Freiwilligendienste statt "monatsweise neue Ankündigungen zu einzelnen Zweigen". (mit dpa)