Der Tagesspiegel : Wenn die Gondeln Freude tragen

Als Standort für das in Berlin geplante Tivoli haben dänische Planer offenbar den Plänterwald gewählt. Das hofft zumindest der Senat

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Der ehemalige Spreepark gilt als Favorit für dem Standort des geplanten Tivolis. Wie berichtet, wollen die dänischen Planer in Berlin einen Freizeitpark nach Kopenhagener Vorbild errichten. „Der Plänterwald ist sehr interessant", sagte TivoliVizepräsident Mads Kragh. Allerdings gebe es auch noch andere Optionen. Nach Investoren für das auf rund 200 Millionen Euro geschätzte Projekt wird allerdings noch Ausschau gehalten.

Bereits seit einiger Zeit ist Tivoli auf der Standortsuche in Berlin. Zunächst war das Gelände des für die Trinkwassergewinnung nicht mehr benötigten Wasserwerks Jungfernheide in Siemensstadt im Gespräch. Der Vorschlag eines Berliner Projektentwicklers wurde vom Bezirk Spandau vehement unterstützt, von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) jedoch unter Hinweis auf die Reservefunktion der Förderanlage strikt abgelehnt. Während eines Kopenhagen-Besuchs versuchten Strieder und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit Ende Mai, den Tivoli-Managern Alternativen schmackhaft zu machen. Bei einem Ortstermin vor einigen Wochen wurden neben dem Spreepark auch das Gelände neben dem FEZ Wuhlheide, ein Areal im Bereich der Wasserstadt Rummelsburger Bucht sowie der Flughafen Tempelhof besichtigt.

„Wir haben den Ist-Zustand der Grundstücke vorgestellt und auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Standorte, beispielsweise hinsichtlich Natur- und Wasserschutz, hingewiesen", sagt die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Petra Reetz. Bereits bei der Besichtigung sei der Plänterwald auf das besondere Interesse der Tivoli-Macher gestoßen. Der Spreepark kombiniere Naturschutzgebiet und Wassernähe mit optimaler Anbindung an den Personennahverkehr.

Auch die Problematik der fehlenden Parkplätze – 200 gelten als erforderlich – stellt aus Sicht der Sprecherin keinen Hinderungsgrund dar. In unmittelbarer Nähe gebe es Stellflächen für Busse und Fahrzeuge von Behinderten. Für die übrigen Autos habe der Bezirk Treptow-Köpenick ebenfalls Lösungen angeboten. „Sieben Minuten vom Parkplatz zu laufen ist für keinen eine Zumutung". Für den Plänterwald spreche auch, dass es sich um einen bekannten Standort handele, der bereits zu DDR-Zeiten beliebt war.

Nächsten Mittwoch fliegt Mads Kragh zu weiteren Gesprächen nach Berlin. Für das Projekt benötige man die starke Unterstützung der örtlichen Behörden, sagte er gestern. Nach dem Tivoli-Konzept soll eine Mischung aus Rummelplatz, Erholungspark und Kulturzentrum entstehen. Man rechnet mit über 1000 Arbeitsplätzen und mehreren 100 000 Besuchern im Jahr.

Der Spreepark – einst ein Publikumsmagnet im Ostteil der Stadt – liegt still, seit sich der frühere Betreiber Anfang vergangenen Jahres nach Südamerika absetzte. Auch eine deutsche Schaustellergruppe und ein französischer Freizeitparkbetreiber wollen die Anlage übernehmen.

„Wir sind mit allen Interessenten im Gespräch", sagt Irina Dähne, die Sprecherin des Berliner Liegenschaftsfonds. Zunächst lässt der erst einmal einen Masterplan erstellen, der aufzeigen soll, was im Plänterwald möglich ist. Rainer W. During

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