Der Tagesspiegel : Wenn Silikon leuchtet

Inge Ahrens

Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten ... Wer kennt nicht den Pubertätskalauer aus grauer Vorzeit. Die „Figüren“ von Helena Lebá sollte man auf jeden Fall berühren. Ihre Vasen und Schalen, die Eierbecher, Salz- und Pfefferstreuer und auch die Hängeleuchten sind so samtig weich, wie deren Gestalt es gar nicht vermuten lässt. Gerade das hat die Kunsthandwerkerin aus Köln interessiert: der Überraschungseffekt.

Vasen sind doch starr, was sonst. Sie geben den Blumen Halt. Biegsame pflanzliche Anmut und starre Formschönheit bedingen einander. Helena Lebá wählte ihre Formen aus dem klassischen Bereich und gab ihnen doch ihre persönliche humoristische Note. Die Hälse ihrer Blumenvasen scheinen ein wenig verdreht und ziemlich neugierig um die Ecke zu schauen. Silikon, ein Werkstoff aus Forschung und Industrie, inspiriert die junge Frau zu leuchtenden Taten. Gold, rot oder orange glühen ihre Accessoires für das schöne Wohnen, eisblau, limonengrün und veilchenblau. Scheint die Glühbirne durch die butterweichen Lampentüten, scheinen die Leuchten wahrhaftig zu schweben. Hitzebeständig ist Silikon auf jeden Fall, und zu Bruch geht auch nichts. Helena Lebás Arbeiten haben es weit gebracht und sind längst in vielen Museen und Kunstsammlungen vertreten.

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