Der Tagesspiegel : Wer hat Angst vorm „bösen Wolf“?

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39 Prozent der Brandenburger macht „die Vorstellung von Jörg Schönbohm als Ministerpräsident Angst“. Dem Meinungsforschungsinstitut Infratest zufolge sagen das 50 Prozent der SPD und 54 Prozent der PDS-Anhänger über den CDU-Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl. Selbst 21 Prozent der CDU-Sympathisanten fürchten sich vor Schönbohm als Regierungschef. Hingegen ist SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck „bei den Brandenburgern so beliebt wie Manfred Stolpe in seinen besten Jahren“. Das sagte jedenfalls SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness gestern bei der Vorstellung von zwei im Auftrag der SPD geführten Umfragen. Bei der Bewertung der Arbeit liegt Platzeck laut Meinungsforschungsinstitut Forsa mit +1,4 auf einer Skala von -5 bis +5 weit vor Schönbohm mit +0,1.

Auch das „persönliche Profil“ von Platzeck wird positiver bewertet als das von Schönbohm: „Setzt sich für die Interessen Ostdeutschlands ein“, sagen 73 Prozent über Platzeck, aber nur 29 Prozent über Schönbohm. 63 Prozent halten Platzeck für „einen von uns“, aber nur 19 Prozent Schönbohm. 62 Prozent bewerten Platzeck als glaubwürdig, aber nur 38 Prozent seinen Herausforderer. 51 Prozent gestehen Platzeck laut Infratest zu, die Sorgen der Menschen zu kennen, bei Schönbohm sind es nur 23 Prozent. Das Auftreten in der Öffentlichkeit bewerten 72 Prozent bei Platzeck positiv, aber nur 35 Prozent bei Schönbohm. 61 Prozent bescheinigen Platzeck, sich für eine offene, tolerante Gesellschaft einzusetzen, sein Herausforderer kommt nur auf 27 Prozent.

Die SPD will aus der Umfrage bei der Landtagswahl Kapital schlagen und sich vor allem der unentschlossenen SPD-Wähler und der Nichtwähler annehmen. Von diesen wünschten sich übrigens nur acht Prozent Schönbohm als Ministerpräsident. Im Gegensatz zu Parteifreunden reagierte Schönbohm gelassen: „Ich bin kein böser Wolf und fresse nicht das Rotkäppchen". Die SPD projiziere ihre Ängste auf die Bevölkerung. ma

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