Der Tagesspiegel : Wer regiert in der Stadt Brandenburg?

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Besonders umkämpft bei den Kommunalwahlen am Sonntag ist die Stadt Brandenburg. Denn hier finden zugleich vorgezogene Oberbürgermeisterwahlen statt. Obwohl die Arbeiterstadt lange als SPD Hochburg galt, hat die CDU-Kandidatin und Unternehmerin Dietlind Tiemann diesmal gute Chancen, ins Rathaus einzuziehen. Brandenburg wäre nach Frankfurt (Oder) die zweite der vier kreisfreien Städte mit einem CDU- Stadtoberhaupt. Schon bei der letzten OB-Wahl 2002 fehlten Thiemann nur 600 Stimmen – gegen den damaligen SPD-Kandidaten Helmut Schmidt. Doch der frühere Fachhochschulrektor war mit dem Amt überfordert. Dass er wegen eines Burn-Out-Syndroms nach nicht einmal einem Jahr aufgeben musste, ist für die SPD ein natürlich ein Nachteil. Doch dafür setzt sie auf die Popularität ihres Kandidaten Norbert Langerwisch, ein Ur-Brandenburger, der als Bürgermeister derzeit die Amtsgeschäfte führt und anders als sein Vorgänger hohes Ansehen genießt: Er war früher Polizeichef in der Stadt und griff hart durch. Auf seinem Wahlplakat stützt er sich wie der „Roland“, einem Wahrzeichen der alten Hauptstadt der Mark, auf ein Schwert. Doch die Stimmung in der Stadt ist schlecht. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Das alte Siemens-Martin-Stahlwerk, einst größter Arbeitgeber, wurde nach 1990 stillgelegt. Die Sanierung der Altstadt stockt. Und in der Stadtmitte klaffte jahrelang eine Baugrube, das berühmt-berüchtigte „Brandenburger Loch“. thm

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