Werder Bremen : Mit Herz um Millionen: Werder will wieder in die Champions League

Im Hinspiel gegen den kroatischen Meister Dinamo Zagreb soll die Ausgangsposition für den Einzug in die Champions League geschaffen werden. Doch die Verletzungssorgen sitzen tief bei Werder Bremen.

Gert Glaner[dpa]
Thomas Schaaf
Werders Trainer Thomas Schaaf gibt sich ganz offensiv: "Wir reden nicht über Verletzte, sondern über die Spieler, die auf dem...Foto: dpa

BremenWerder Bremens Führungscrew nimmt ihr letztes Aufgebot in die Pflicht. Trotz einer beispiellosen Personalnot will sich der viermalige deutsche Fußball-Meister den Weg in die Champions League von Dinamo Zagreb nicht verbauen lassen und im Qualifikations-Hinspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF live) zumindest eine passable Ausgangsposition für das Erreichen der Gruppenphase erkämpfen. "Ich erwarte Herz, Begeisterung und Leidenschaft. Wir müssen Kampfgeist und Verbissenheit an den Tag legen", forderte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs vor dem Duell mit dem kroatischen Meister, bei dem es auch um lukrative Folge-Einnahmen in zweistelliger Millionen-Höhe in der Königsklasse geht.

Die Ansprache richtet sich allerdings nur an einen sehr begrenzten Kreis von Spielern. Seit Wochen grassiert die Verletzungsseuche bei den Hanseaten (Trainer Thomas Schaaf: "So etwas habe ich noch nie erlebt") und forderte auch vor dem ersten Saison-Höhepunkt weitere Opfer. Tim Borowski zog sich zum Bundesliga-Auftakt in Bochum eine Verletzung des Außenbandes im linken Knie zu. Bei Nationalspieler Clemens Fritz ist eine Bauchmuskelzerrung wieder aufgebrochen.

Kapitän und Leitwolf Torsten Frings fehlt ohnehin wie rund ein halbes Dutzend weiterer Profis. Schaaf klagt aber nicht. Der Werder-Coach nimmt lieber seine "Restbestände" in die Pflicht. "Wir reden nicht über Verletzte, sondern über die Spieler, die auf dem Platz stehen. Sie müssen zeigen, dass sie Spiele gewinnen können", sagte der 45-jährige Fußball-Lehrer und haderte mit dem Auftritt in Bochum, als ein komfortabler 2:0-Vorsprung leichtfertig verspielt wurde.

Zagreb mit viel Selbstbewusstsein

Das darf gegen die Kroaten nicht passieren. "Wir müssen schon etwas vorlegen, sonst kann es in Zagreb bei der fanatischen Kulisse eng werden", warnte Jurica Vranjes vor der zu erwartenden Stimmung im Rückspiel in seinem Heimatland. Der Mittelfeldspieler wird trotz der Personalmisere die Bank drücken müssen. Schaaf vertraut in der spielbestimmenden Zone wohl eher auf Frank Baumann und Millionen-Einkauf Carlos Alberto, die ihre Verletzungen auskuriert haben.

Im Angriff könnte Kevin Schindler den zuletzt formschwachen Markus Rosenberg in der Startelf ersetzen. "Er ist ein Thema", bestätigte Schaaf. Der 19-Jährige durfte im Training auch schon im A-Team ran. "Das wäre super. Wenn ich anfangen dürfte, wäre das ein Traum", gestand Schindler. Er könnte aber schon bald neue Konkurrenz bekommen. Der 20 Jahre alte Angreifer Martin Fenin vom FK Teplice wird laut tschechischer Medien weiter heftig von Werder umworben.

Die Kroaten kommen mit einem eher namenlosen Team, in dem die Nummer 1, Georg Koch, ein Deutscher ist, und mit der Empfehlung von vier Siegen (16:2 Tore) aus der nationalen Liga nach Bremen. "Wir sind alle davon überzeugt, Werder schlagen zu können" formulierte forsch Stürmer Tomislav Šokota, der vor dieser Saison vom FC Porto zu seinem Heimat-Verein zurückgekehrt ist. Der 30-Jährige war schon in der Saison 1999/2000 bei Dinamos letztem Champions-League-Auftritt dabei.