Der Tagesspiegel : Westernstadt hat ihr Pulver verschossen

-

Templin Die mit großen Erwartungen vor acht Monaten gestartete Westernstadt „Silver Lake City“ in Templin muss ihren Saisonstart verschieben. Bereits vor einigen Tagen hat die Betreibergesellschaft aus Passau Insolvenz angemeldet.

Von einem endgültigen Aus für den Freizeitpark wollte gestern in Templin aber noch keiner reden. Derzeit würden intensive Verhandlungen mit der Hausbank des Unternehmens geführt, hieß es seitens des Insolvenzverwalters. Noch in dieser Woche werde eine Entscheidung über weitere Kredite erwartet. Rund 100 Frauen und Männer, die im Vorjahr in der Westernstadt beschäftigt waren, warten auf neue Arbeitsverträge.

Grund der Probleme sind die unter den Erwartungen gebliebenen Besucherzahlen der 50 Kilometer nördlich Berlins gelegenen „Silver Lake City“. Die Investoren hatten mit 250 000 bis 300 000 Gästen gerechnet, tatsächlich kamen zwischen August und Oktober nur 50 000. Wegen Verzögerungen beim Bau hatten sie den Eröffnungstermin im Vorjahr mehrfach verschoben.

Der Nachbau einer Stadt aus dem amerikanischen Westen des 19. Jahrhunderts kostete rund 17 Millionen Euro. 6,5 Millionen davon stammten aus den Kassen des Bundes und des Landes, die damit den Tourismus in der strukturschwachen Region ankurbeln wollten. Zum Konzept gehörten unter anderem eine Music-Hall, mehrere Saloons, eine Kirche, ein Hotel und Ställe. Mehrmals täglich wurde ein Banküberfall nachgestellt. Geplant war am Ufer des Röddelinsees auch ein großer Hafen. Früher stand auf dem Gelände das Pionierlager „Klim Woroschilow“. Ste.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben