WHO : Schweinegrippe könnte bis zu einem Drittel der Welt bedrohen

Während Mexiko zum Alltag zurückkehrt, sieht die Weltgesundheitsorgangisation (WHO) das Schlimmste noch nicht gebannt. Möglicherweise will sie in Kürze sogar eine Pandemie wegen der neuartigen Grippe ausrufen.

BangkokNach Einschätzungen der WHO könnte bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung von der Amerikagrippe befallen werden. Derzeit steht die sogenannte Schweinegrippe auf der Pandemieskala auf 5, das ist die zweithöchste Stufe. Trotz der Anzeichen für eine Entspannung bei der Verbreitung des Virus' mahnt die WHO zur Wachsamkeit. Die Hauptsorge sei, dass sich die Krankheit weltweit ausbreite und im Laufe der Zeit zu einer neuen oder gefährlicheren Form mutiere, sagte der stellvertretende Chef der UN-Behörde, Keiji Fukuda.

Nach einer Übersicht der WHO leiden 1893 Menschen in 23 Ländern an der neuartigen Grippe, dessen Erreger Bestandteile aufweist, die sowohl bei Schweinen und Vögeln als auch bei Menschen für Erkrankungen sorgen. Am schwersten betroffen mit 942 bestätigten Fällen und 29 Toten ist Mexiko, gefolgt von den USA mit 642 Erkrankungen und zwei Toten. In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zehn Menschen von der Krankheit betroffen. Die zuletzt erkrankte Person stamme aus Sachsen-Anhalt und sei kürzlich aus Mexiko zurückgekehrt, teilte das RKI mit.

Im Kampf gegen die Krankheit greift die WHO den 72 bedürftigsten Ländern mit der Lieferung von 2,4 Millionen Dosen des Grippemittels Tamiflu zur Verfügung.

Auch das Rote Kreuz und der Rote Halbmond warnen davor, sich  zu früh in Sicherheit zu wiegen. Man müsse wachsam sein für den Fall, dass das Virus in einigen Monaten gestärkt zurückkehre. Die Organisationen wollen ihre Erfahrungen mit der Seuche Sars in den Jahren 2002 und 2003 sowie regelmäßigen Grippewellen nutzen, um Regierungen zu beraten. (sp/Reuters/dpa)