Der Tagesspiegel : Wie die Halle auf Temperatur kommt – warme Luft für drei Millionen Euro im Jahr

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In der Tropenhalle herrschen durchgängig 25 bis 28 Grad Celsius Lufttemperatur, das Wasser in den beiden Badebecken hat bis zu 32 Grad. Erreicht wird dies mit einer erdgasbetriebenen Fußbodenheizung und großen elektrischen Heizstrahlern, die in 40 Meter Höhe an die Hallenwände montiert sind. So wird die Luft über dem Boden kontinuierlich erwärmt. Bis zur Höhe der Strahler sind die Wände wärmegedämmt worden. Entsprechend sind die jährlichen Energiekosten: rund drei Millionen Euro im Jahr. Im oberen Bereich der Halle ist es deutlich kühler: „Eisig kalt“, sagten die Arbeiter, die die lichtdurchlässigen Planen im 107 Meter hohen Dach angebracht haben.

DAS FINDEN KRITIKER FALSCH

Kritiker nennen die Halle daher „Brandenburgs größte Energieschleuder“. Rolf Kreibich, Vorsitzender des Ausschusses für Immissionsschutz in Brandenburg, wendet auch ein, dass die Anlage nicht der gültigen Energiesparverordnung entspreche. Der Investor habe sein Energiekonzept nicht öffentlich gemacht.

SO ARGUMENTIERT DIE POLITIK

Bei der Baugenehmigung für die frühere Cargolifter-Halle war aber eine weniger strenge Energiesparverordnung in Kraft. Seitdem gilt Bestandsschutz. Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) erklärt, im Genehmigungsverfahren habe es „keine Verstöße und Versäumnisse“ gegeben. Beim Baugenehmigungsverfahren im Landkreis habe der Investor „den nötigen Wärmeschutznachweis erbracht“, teilte die Behörde mit. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) weist darauf hin, dass der Investor selbst „ein Interesse an möglichst geringen Energiekosten“ habe. Und Minister Woidke fragt, ob es denn „ökologischer ist, wenn Touristen nach Kuba oder anderswohin fliegen“. Ste/thm/kög

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