Wimbledon : Haas vom Londoner Regen gestoppt

Thomas Haas ist nach einem Topstart in sein zweites Comeback-Match in Wimbledon vom Regen gestoppt worden. Die Partei gegen den Tschechen Tomas Zib musste nach dem ersten Satz unterbrochen werden.

Wolfgang Müller,Andreas Bellinger[dpa]

LondonThomas Haas ist nach einem Topstart in sein zweites Comeback-Match in Wimbledon vom Regen gestoppt worden. Nach einer zunächst glänzenden Vorstellung, wie sie ihm schon in seinem ersten Einsatz nach siebenwöchiger Verletzungspause gelungen war, hatte der 29-Jährige gerade den ersten Satz gegen den Tschechen Tomas Zib mit 6:3 gewonnen, als die Zweitrunden-Partie unterbrochen werden musste. Ein kräftiger Schauer vertrieb Spieler und Zuschauer vom "Heiligen Rasen" und sorgte für eine neuerliche Zwangspause. Ob die Partie am Abend fortgesetzt werden konnte, blieb lange Zeit unklar, weil sich der Schauer in Dauerregen verwandelte.

Gerade noch rechtzeitig vor dem großen Regen hatte Martina Müller als einzige von insgesamt sieben deutschen Tennis-Damen die zweite Runde erreicht. Die bei dem Grand-Slam-Turnier erstmals an Nummer 32 gesetzte 24-Jährige gewann 6:0, 6:0 gegen Anna Smashnova aus Israel, die als Weltranglisten-166. ihre Karriere eigentlich schon beendet hatte. Doch um kurz vor 18 Uhr Ortszeit fielen dann wieder die ersten Tropfen. Mit einem Handtuch über den Schultern flüchtete Haas in die Kabine. Nachdem es zunächst nur nach einem kurzen Schauer aussah, meldeten die Offiziellen der 121. All England Championships wenig später: "Es sieht nicht gut aus für den Rest des Abends." Für den besten deutschen Tennisprofi hieß es also warten, warten, warten.

Bereits am verregneten Eröffnungstag hatte Haas mehr als zweieinhalb Stunden auf seinen Einsatz warten müssen. Doch wie schon gegen den amerikanischen Qualifikanten Zack Fleishman war der Wahl- Amerikaner auch gegen den 31-jährigen Tschechen von Beginn an hellwach. Im sechsten Spiel gelang ihm nach 0:40-Rückstand noch das Break. Zwar haderte der Daviscup-Spieler auf Nebenplatz 18 immer wieder mit seinem Aufschlag, doch mit variablen Schlägen setzte er Zib unter Druck und beendete mit einem Ass den ersten Durchgang.

Müller siegt nach 41 Minuten

Eilig hatte es zuvor auch Martina Müller gehabt. "Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht", sagte sie nach ihrem Sieg in nur 41 Minuten. In Runde zwei trifft die derzeit beste deutsche Spielerin auf die Polin Agnieszka Radwanska. Doch zu ihren Chancen auf dem "Heiligen Rasen" wurde die Weltranglisten-34. nur wenig gefragt. Schnell drehte sich wieder alles um den Streit mit Fedcup-Chefin Barbara Rittner. "Ich kann mich nicht selbst nominieren. Frau Rittner stellt das Team auf. Also muss sie den Schritt machen und mich fragen, ob ich spielen will", sagte die 24-Jährige zwei Wochen vor der wichtigen Relegationspartie in Japan.

Vor einem Jahr hatte sie auf die anstrengende Reise zum Abstiegsspiel in China verzichtet und das Team im Stich gelassen. "Sportlich hätte ich sie gerne dabei, zu den anderen Dingen möchte ich nichts sagen", erklärte Rittner. Müller hatte zuvor behauptet, der Deutsche Tennis Bund (DTB) verlange eine öffentliche Entschuldigung von ihr. "Das war falsch und ist noch immer falsch. Das ist absolut unwahr", sagte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard. Die Fronten zwischen den beiden Parteien sind also weiterhin verhärtet - und ein Ende des bizarren Streits nicht in Sicht.