Wimbledon : Roger Federer folgt Nadal

Der Schweizer Roger Federer gewinnt gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero und folgt Rafael Nadal ins Wimbledon-Halbfinale. Im Damen-Finale trifft Venus Williams überraschend auf die Französin Marion Bartoli.

Der viermalige Wimbledon-Champion Roger Federer gewann am Ende sicher mit 7:6 (7:2), 3:6, 6:1, 6:3. "Für mich steht hier immer sehr viel auf dem Spiel. Ich will den Titel unbedingt, und ihn ein Jahr mal nicht zu haben, wäre sehr traurig für mich", sagte Federer nach dem 33. Sieg nacheinander auf dem "Heiligen Rasen". In der Vorschlussrunde am Samstag kommt es nun zum Duell des Schweizers gegen Andy Roddick aus den USA, der 2003 im Semifinale sowie 2004 und 2005 im Endspiel jeweils verloren hat, oder zum siebten Vergleich mit dem ihm schon fünf Mal unterlegenen Franzosen Richard Gasquet. Im anderen Halbfinale bekommt es Rafael Nadal am gleichen Tag mit dem Serben Novak Djokovic zu tun, der Marcos Baghdatis aus Zypern in fünf Stunden mit 7:6 (7:4), 7:6 (11:9), 6:7 (3:7), 4:6, 7:5 bezwang.

Dominanz ab drittem Satz

Nach einer Woche "Wimbledon-Urlaub" schien Federer die nötige Spielpraxis zu fehlen. Genau sieben Tage war es her, dass er sein letztes Match auf der Anlage bestritten hatte. Danach kam die Absage des verletzten Thomas Haas und im für ihn spielfreien Achtelfinale endlose Wartezeiten der Kollegen, die wie Nadal sogar fünf Tage brauchten, bis der Sieger feststand. "Die Pause kann man als Vor-, aber auch als Nachteil sehen", meinte der Eidgenosse, der mit dem fünften Wimbledonsieg in Serie den Schweden Björn Borg einholen kann.

Erst im dritten Satz fand Federer zur bekannten Dominanz zurück und ließ dem French-Open-Gewinner von 2003 fortan keine Zeit mehr zum Verschnaufen. Dabei hatte der 25-jährige Federer zunächst vor allem mit dem Wind seine liebe Müh und Not gehabt. Gleich nach Wiederbeginn musste er bei eigenem Aufschlag einen Breakball abwehren und holte den ersten Satz erst im Tiebreak. Danach machte ihm Ferrero sogar das Leben schwer und glich die Partie aus. Doch dann begann der "Fed- Express" wie gewohnt zu laufen.

Überraschungs-Finalistin bei den Damen

Im Damen-Finale stehen sich Venus Williams und überraschend die Französin Marion Bartoli gegenüber. Williams stürmte wie selbstverständlich in ihr sechstes Endspiel. Mit Power-Tennis und schrillen Tönen dominierte sie die Partie gegen die acht Jahre jüngere Ana Ivanovic, die in ihrem ersten Wimbledon-Halbfinale nicht ihre gewohnte Leistung brachte und mit 2:6, 4:6 verlor. Der French-Open-Finalistin aus Serbien fehlten die Mittel gegen die 27-jährige Amerikanerin, die gegen Marion Bartoli ihren vierten Triumph nach 2000, 2001 und 2005 will. Die an 18 gesetzte Französin schaltete in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale die French-Open-Siegerin und Vorjahresfinalistin Justine Henin aus Belgien nach großartiger Steigerung sensationell 1:6, 7:5, 6:1 aus. (mit dpa)