Der Tagesspiegel : Winterreise nach Brandenburg

Das Land ist bei Touristen immer beliebter. Hotels bieten bis April Übernachtungen zum Sonderpreis an

Potsdam - Die Brandenburger Tourismusbranche könnte im vergangenen Jahr erstmals mehr als neun Millionen Übernachtungen gezählt haben. Darauf deuten die jüngsten Zahlen aus dem Statistikamt hin, das von Januar bis Oktober 2,9 Millionen Gäste und 8,1 Millionen Übernachtungen registrierte. Zwar gilt der November traditionell als eher ruhiger Monat, aber Weihnachten und der Jahreswechsel führten in den meisten Hotels und Pensionen zu einer hohen Auslastung. Viele Häuser waren sogar ausgebucht, so dass die neun Millionen erreicht worden sein dürften. Im Jahre 2006 hatten 3,2 Millionen Gäste insgesamt 8,8 Millionen Übernachtungen gebucht. Das bedeutete immerhin Platz 5 unter allen Bundesländern.

Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) spricht von einer „dynamischen Entwicklung des Reiselandes Brandenburg“ und führt dafür vor allem die Steigerungsraten an. Zwischen Januar und Oktober 2007 stieg die Gästezahl in der Mark um 4,1 Prozent an, während der Bundesdurchschnitt nur um 2,8 Prozent zulegte. Auch beim Zuwachs ausländischer Gäste lag Brandenburg mit einer Steigerung von 6,5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (3,4 Prozent). Vor allem Niederländer und Polen fühlen sich hier wohl.

Zugpferde im Brandenburger Tourismus bleiben das Ruppiner Land zwischen Oranienburg und Rheinsberg, der Spreewald, der Fläming von Beelitz bis Jüterbog und das Oder-Spree-Seengebiet (Bad Saarow, Beeskow und Schlaubetal). Hier dominieren der Wassertourismus, die Angebote für Radfahrer und Wanderer, die Kultur mit Open-Air-Festivals und die Wellnessbranche mit Thermalbädern und großen Hotels. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste betrug in den ersten zehn Monaten 2007 landesweit 2,7 Tage.

Als regelrechte Erfolgsgeschichte hat sich die vor zehn Jahren erstmals aufgelegte Kampagne „Winterliches Brandenburg“ entpuppt. Noch bis zum 1. April (ausgenommen die Osterfeiertage) bieten mehr als 120 Hotels mit mindestens Drei-Sterne-Standard eine Übernachtung für zwei Personen mit Frühstück zum Preis von 59 Euro an. So lautet die Regel der Fördergesellschaft Tourismus Marketing Brandenburg (TMB). Außerdem gibt es auch sehr günstige Mehrtages-Arrangements, die beispielsweise einen verbilligten Eintritt in nahegelegene Thermalbäder umfassen.

Das Hotel Döllnsee in der Schorfheide nimmt seit 2005 an dem Programm teil. „Gerade jetzt, wenn weniger Tagungen stattfinden“, komme der Zuwachs an Individual-Urlaubern wie gerufen, sagt Claudia Kelch, die in dem Hotel der Verkauf abwickelt. Die wenigsten Gäste würden nur das Zimmerangebot wahrnehmen, sondern auch Extras wie einen Besuch im Panorama-Schwimmbad hinzubuchen. Einige würden auch im Sommer wiederkommen oder Gutscheine im Hotel kaufen und zu Hause verschenken. Außerdem sei die von der TMB koordinierte Aktion eine gute Promotion. Anzeigen, die solch eine Wirkung erzielen würden, seien für kleine Hotels schwierig zu finanzieren, sagt Claudia Kelch.

Selbst das Büro des Bundespräsidenten Horst Köhler griff kürzlich für einem zweitägigen Urlaub im Landhaus „Alte Eichen“ in Bad Saarow auf das 59-Euro-Angebot zurück. Es buchte eine Suite mit Blick auf den Scharmützelsee und erhielt von der Rezeption ganz automatisch den günstigen Preis. Das Familienhotel kann seitdem auch mit einer „Präsidentensuite“ werben. hel/Ste.

Auskünfte zu den Angeboten im „Winterlichen Brandenburg“ gibt es telefonisch unter 0331/200 47 47 und im Internet bei www.winterliches-brandenburg.de.

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