Wirtschaft :   NACHRICHTEN  

Stoiber soll aussagen

Frankfurt am Main - Der Untersuchungsausschuss zum Milliardendebakel der BayernLB in Österreich soll nach dem Willen der Opposition auch die politische Verantwortung des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber klären. Der CSU-Politiker gehöre zu den Personen, die vor den Ausschuss zitiert werden sollten, sagte die Vizechefin der BayernLB-Kontrollkommission, Inge Aures (SPD), zu „Euro am Sonntag“. Der Untersuchungsausschuss werde sich Anfang Februar konstituieren und im März zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen, erklärte Aures. Dann sollten auch die Befragungen beginnen. Ziel ist es, die Vorgänge rund um den verlustreichen Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria aufzuklären. Allein das Engagement der BayernLB bei der Bank kostet den Steuerzahler mindestens 3,7 Milliarden Euro. rtr

Venezuela wertet Währung ab

Caracas - Venezuelas linksgerichteter Staatschef Hugo Chávez hat erstmals seit 2005 eine Abwertung der Nationalwährung Bolivar angekündigt. Je nach Wirtschaftssektor verliert der Bolivar im Verhältnis zum US-Dollar zwischen 17 und 50 Prozent. Anders als bisher gilt künftig im dem sozialistisch regierten Land ein offizielles „Doppel-Kurssystem“. Der 2005 festgelegte Einheitswechselkurs lag bislang bei 2,15 Bolivar je Dollar. Nun gilt für sogenannte „vorrangige Bereiche“ ein Kurs von 2,60 Bolivar. Der für die Industrie ausschlaggebende „Petro-Dollar“ kostet sogar 4,30 Bolivar. In den vorrangigen Bereich fallen unter anderem Nahrungsmittelimporte und Anschaffungen im Gesundheitssektor. dpa

Isländer stimmen über Milliarden ab

Reykjavik - Die Isländer sollen bis Anfang März über die umstrittene Milliardenrückzahlung an Großbritannien und die Niederlande entscheiden. Das isländische Parlament beschloss die Volksabstimmung mit klarer Mehrheit am Freitagabend. Es geht um rund 3,8 Milliarden Euro, die britische und niederländische Anleger Icesave, der Online-Tochter der isländischen Landsbanki, anvertraut hatten. Die Einwohner Islands sind unzufrieden damit, dass sie noch auf Jahre die Folgen der Bankenzusammenbrüche tragen müssen, während Milliarden ins Ausland gehen sollen. Deshalb hatten 61 000 Isländer – ein Viertel der Wählerschaft – einen Protestbrief gegen die bereits beschlossene Icesave-Rückzahlung unterzeichnet. Präsident Olafur Ragnar Grimsson sprach sich danach für ein Referendum aus. Es soll nun bis zum 6. März über die Bühne gehen. dpa

Daimler-Chef Zetsche darf bleiben

Frankfurt am Main - Beim Stuttgarter Autobauer Daimler ist einem Zeitungsbericht zufolge die Entscheidung für eine Vertragsverlängerung von Konzernchef Dieter Zetsche gefallen. Wie das Branchenblatt „Automobilwoche“ am Samstag vorab ohne Nennung von Quellen berichtete, soll Zetsches Vertrag im Februar verlängert werden, allerdings mit einer verkürzten Laufzeit von drei Jahren. Daimler wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Zetsches bisheriger Vertrag läuft zum Jahresende aus. Daimler hatte bereits Mitte 2006 beschlossen, seinen Vorständen nur noch Dreijahresverträge zu geben statt der bis dahin üblichen Bestellung für fünf Jahre. rtr

Japan Airlines steht vor Insolvenz

New York/Tokio - Eine Insolvenz der angeschlagenen Fluggesellschaft Japan Airlines wird laut Medienberichten immer wahrscheinlicher. Die wichtigsten Gläubigerbanken hätten den Widerstand gegen die Sanierung in einem Insolvenzverfahren weitgehend aufgegeben, berichtete das „Wall Street Journal“. Das japanische Finanzministerium und die staatliche Entwicklungsbank unterstützen eine Insolvenz von Japan Airlines (JAL) mit Gläubigerschutz, meldete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende. Dass der Staat zu einer solchen radikalen Lösung bereit ist, zeichnete sich bereits in den vergangenen Tagen ab. Die hochverschuldete Airline kann sich derzeit nur dank staatlicher Notkredite in der Luft halten. dpa

Erste US-Bank geht 2010 pleite

Washington - Mit der Horizon Bank aus Bellingham im US-Bundesstaat Washington ist die erste US-Bank in diesem Jahr pleitegegangen. Die Bankenaufsicht schloss das regionale Institut am Freitag. Den Einlagensicherungsfonds FDIC kostet die Pleite vermutlich 539,1 Millionen Dollar. Im vergangenen Jahr wurden von den US-Aufsichtsbehörden 140 Banken geschlossen. Das war die größte Zahl an Bankenpleiten seit dem Jahr 1992. 2008 waren es nur 25 und 2007 sogar nur drei. In diesem Jahr erwarten die Behörden einen vorläufigen Höhepunkt bei den Bankenpleiten. rtr

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