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Arbeitsagentur baut Stellen ab

Düsseldorf - Die defizitäre Bundesagentur für Arbeit (BA) streicht Tausende von Arbeitsplätzen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis 2015 rund 10 000 unserer 115 000 Stellen abbauen werden“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der „Rheinischen Post“. Der Abbau werde alle Bereiche treffen. Derzeit sind nach Weises Angaben in der Arbeitslosenversicherung und den Familienkassen 70 000 Mitarbeiter beschäftigt, um die Grundsicherung für Langzeitarbeitslose kümmern sich weitere 45 000. „Es wird keine Kündigungen geben. Aber befristete Verträge werden wir nicht verlängern“, sagte Weise. „Den Rest des nötigen Stellenabbaus schaffen wir durch die Fluktuation.“ Wegen des Rückgangs der Arbeitslosigkeit werde auch weniger Personal benötigt, fügte er hinzu. Die Bundesagentur steckt in den roten Zahlen. „Allein in diesem Jahr erwarten wir ein Defizit von gut vier Milliarden Euro, welches wir bis 2015 voraussichtlich nicht zurückzahlen können“, sagte Weise. epd

Exporteure auf Rekordkurs

Berlin - Der deutsche Export bleibt weiter das Rückgrat des konjunkturellen Aufschwungs. Erstmals werde in diesem Jahr die magische Marke von einer Billion Euro Umsatz geknackt, die Deutschland 2008 noch knapp verfehlt habe, sagte der Präsident des Groß- und Außenhandelsverbandes (BGA), Anton Börner, der „Rheinpfalz am Sonntag“. Damit könne der Weltmarktanteil von gut neun Prozent auf 9,5 Prozent ausgebaut werden. Deutschland sei es gelungen, trotz zunehmender Wettbewerber diesen Anteil am globalen Markt zu verteidigen. Der Außenhandelspräsident verwies darauf, dass dieser Erfolg mit rund 80 Millionen Einwohnern erreicht worden sei, verglichen mit dem größten Konkurrenten China mit einer Bevölkerung von mehr als 1,4 Milliarden Menschen. Den deutschen Außenhandelsüberschuss bezifferte Börner für das laufende Jahr mit 143 Milliarden Euro. AFP

Japan erwirtschaftet weniger

Tokio - Das Jahrhundertbeben dürfte Japan vorübergehend in ein Konjunkturtal stürzen. Wegen der deutlich eingeschränkten Industrietätigkeit geht die Notenbank von einer sinkenden Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr aus. „Wir erwarten jetzt, dass Produktion und Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal und im zweiten Quartal zurückgehen“, sagte Zentralbank-Chef Masaaki Shirakawa dem „Wall Street Journal“. Diese Einschätzung hatten auch zahlreiche Ökonomen geäußert. Die großen Fragen sind für sie, wann die Lieferunterbrechungen aufhören werden und wie stark im Sommer Energieengpässe die Fabriken behindern. Shirakawa rechnet mit einer Entspannung der Liefersituation frühestens ab August. „Wenn sich die Versorgungskapazitäten erholt haben, wird die japanische Wirtschaft auf den ursprünglichen Wachstumspfad zurückkehren“, sagte er. Kommende Woche wird die Bank von Japan ihre Konjunkturprognose für das neue Haushaltsjahr vorlegen, das Anfang April begann. rtr

Griechenland sucht Ausweg

Berlin/Athen - Griechenland sucht auch ein Jahr nach der Beinahe-Pleite weiter nach einem Halt im Schuldensumpf. Die Regierung erwägt großen griechischen Zeitungen zufolge eine „sanfte Restrukturierung“ der erdrückenden Staatsschulden. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte am Samstag dagegen vor der Illusion, mit einem Schuldenschnitt ließen sich die Probleme des Landes lösen. Der ehemalige Chefunterhändler Griechenlands bei der Euro-Einführung, Yannis Stournaras, forderte mehr Reformen – und warf der deutschen Regierung einen unklaren Kurs vor. Die Haushaltskrise des Landes hatte sich vor einem Jahr so sehr zugespitzt, dass die Regierung am 23. April ihre Euro-Partner um Finanzhilfen bitten musste. Ein eilig von den Euro-Ländern und dem IWF zusammengezimmertes Hilfspaket über 110 Milliarden Euro sichert den Griechen seitdem das finanzielle Überleben. Allerdings sind die Hilfsgelder im kommenden Jahr aufgebraucht. rtr

SKW auf Wachstumskurs

Frankfurt am Main - Der Stahlzulieferer SKW Stahl-Metallurgie könnte seine Einkaufstour in den kommenden Jahren fortsetzen. „Die Wachstumsstory der SKW Metallurgie ist noch lange nicht beendet“, sagte Finanzchef Gerhard Ertl der „Börsen-Zeitung“. Der Vorstand werde für 2012 und die folgenden Jahre eine Strategie formulieren, die eine weitere Expansion vorsehe. Wenn sich hier Möglichkeiten auch durch Akquisitionen ergäben, werde SKW sie auf jeden Fall prüfen. „Beispielsweise könnten wir darüber nachdenken, in Abnehmerbranchen Fuß zu fassen, die mit der Stahlindustrie verwandt sind“, sagte Ertl. Bisher sei SKW zu rund 90 Prozent ein Stahlzulieferunternehmen. rtr

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