Wirtschaft : 10 000 neue Arbeitsplätze

Stellenabbau in der Metallindustrie gestoppt

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Berlin - Der jahrelange Arbeitsplatzabbau in der Metall- und Elektroindustrie ist gestoppt. Im Juni zählte die Branche 3,41 Millionen Beschäftigte in Deutschland, das waren 10 000 mehr als vor einem Jahr. „Es freut mich ganz besonders, dass sich bei uns die Beschäftigung jetzt nachhaltig stabilisiert“, kommentierte Heike Maria Kunstmann, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, die aktuellen Zahlen. „Erstmals seit vielen Jahren“, so Kunstmann gegenüber dem Tagesspiegel, habe es damit im Juni einen Beschäftigungsaufbau gegeben. Besonders bemerkenswert: Von den 10 000 neuen Arbeitsplätzen entfallen 7000 auf die ostdeutsche Metall- und Elektroindustrie, die nunmehr 372 000 Personen beschäftigt; im Westen zählt die Metallindustrie mehr als drei Millionen Mitarbeiter.

Trotz der positiven aktuellen Beschäftigungsentwicklung befürchtet Kunstmann eine Abschwächung der Wachstumsdynamik. „Im zweiten Quartal waren die Auftragseingänge rückläufig, vermutlich flacht deshalb 2007 die Konjunktur ab“, sagte Kunstmann dem Tagesspiegel. „Die Euphorie lässt sich nicht fortschreiben.“

Auf Basis des robusten Wachstums hat die IG Metall für die im kommenden Frühjahr anstehende nächste Tarifrunde bereits eine üppige Forderung für die Metall- und Elektroindustrie angekündigt. In der Stahlindustrie hat die Gewerkschaft gerade eben eine Forderung von sieben Prozent beschlossen. Für Gesamtmetall ist das allerdings keine Richtgröße für die Metallbranche. So habe die Stahlindustrie im zweiten Quartal ihre Erzeugerpreise um 11,6 Prozent erhöhen können, in der Metallindustrie sei dagegen nur eine Erhöhung um 2,3 Prozent möglich gewesen. In der Stahlindustrie, die seit Jahren hervorragend verdient, waren die Tarife der 92 000 Beschäftigten zuletzt um 3,5 Prozent gestiegen, in der Metallindustrie um drei Prozent. alf

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