Wirtschaft : 100 Millionen Kunden für UMTS

Siemens wagt Prognose für den Markt der neuen Mobilfunktechnik/Eine Milliarde Menschen nutzen die alten Netze

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Die Mobilfunkbranche verbreitet Optimismus: Siemens erwartet, dass die neue Mobilfunktechnik der dritten Generation (UMTS) sich wesentlich zügiger entwickeln wird als die Vorgängertechnik GSM. „Die Markteinführung und das Kundenwachstum erfolgen viel schneller als bei der zweiten Generation“, sagte Siemens Mobile-Chef Rudi Lamprecht auf der Fachmesse 3GSM World in Cannes. Heute seien weltweit bereits 15 UMTS-Netze in Betrieb – neun dieser Netze mit heute bereits drei Millionen Kunden seien mit Beteiligung von Siemens entstanden. Dabei seien die meisten Lizenzen für UMTS-Netze erst im Jahr 2000 erteilt worden.

„Wir glauben, dass wir den Beginn des Massenmarktes mit 40 Millionen Kunden im Jahr 2005 erleben werden“, sagte Lamprecht. Ende diesen Jahres sollen es immerhin bereits fünf Millionen UMTS-Nutzer weltweit sein, die 100-Millionen-Kunden Grenze soll dann im Jahr 2006 überschritten werden. GSM habe dagegen sieben Jahre nach dem Start erst 13 Millionen Kunden gehabt. Im Jahr 2010, prognostizierte Lamprecht, werde jedes verkaufte Mobiltelefon mit UMTS-Technik ausgestattet sein.

Doch wer auf der 3GSM World in Cannes, der wichtigsten Messe der Mobilfunkbranche, eine Vielzahl neuer UMTS-Handys erwartet hat, wird enttäuscht. Motorola hat zwar ein neues Gerät für die dritte Mobilfunkgeneration vorgestellt. Siemens oder Nokia dagegen nicht. Bei Siemens ist für 2004 auch kein neues geplant. Ein Sprecher sagte, man werde nur das bereits im Oktober vergangenen Jahres vorgestellte UMTS- Handy „U15“ anbieten, wenn die deutschen Netzbetreiber in den kommenden Monaten sukzessive ihre UMTS-Netze in Deutschland in Betrieb nehmen werden. Bis jetzt vermarktet in Deutschland nur Vodafone UMTS-Dienste – allerdings noch ohne Handy, sondern nur mit einer Datenkarte für das Notebook. „Das U15 ist ein Alleskönner, das wesentlich mehr Funktionen hat, als die Netzbetreiber am Anfang anbieten werden“, sagte der Siemens- Sprecher. Erst wenn der Markt zum großen Sprung ins Massengeschäft ansetze, also 2005, werde es neue Siemens-UMTS-Handys geben.

Neue Handys für den Massenmarkt GSM wird Siemens dagegen in diesem Jahr reichlich vorstellen: 30 neue Modelle sollen es werden, 2003 waren es 26. Weltweit, so wurde auf der Messe mitgeteilt, nutzen inzwischen mehr als eine Milliarde Menschen GSM-Technik. Doch mit UMTS will Siemens vor allem im Bereich der Netzausrüstung seine Marktposition ausbauen. Bisher hat Siemens hier einen Anteil von 13 Prozent, bei UMTS liege er jedoch bereits bei mehr als 20 Prozent, sagte Lamprecht. vis

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