Wirtschaft : 1000 Leute – sieben Pkw

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Gemessen an den Fertigungsstätten ist Indien nach China der zweitwichtigste Auslandsstandort der deutschen Autoindustrie in der asiatischen Wachstumsregion. Deutsche Hersteller und ihre Lieferanten sind bereits mit 50 Standorten in Indien präsent – „Tendenz weiter steigend“, wie der Präsident des Verbandes der Autoindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, sagt. Allein für den Zulieferbereich erwartet der VDA bis 2015 ein jährliches Wachstum von zehn Prozent.

Der weltweit größte Autozulieferer, die Robert Bosch GmbH, hat drei Tochterunternehmen vor Ort. Mit insgesamt 12000 Mitarbeitern produziert Bosch in Indien unter anderem Diesel und Benzineinspritztechnik, Filter, Elektrowerkzeuge und Verpackungstechnik. Bereits seit 1951 ist Bosch an der indischen MICO beteiligt, dem größten Kfz-Zulieferer des Landes. In den kommenden Jahren plant die MICO erhebliche Investitionen in die Fertigung von Hochdruck-Dieseleinspritztechnik. Eine andere Bosch-Tochter in Bangalore entwickelt Software für Bosch-Einheiten in aller Welt.

Nach Einschätzung des Industrieverbandes VDA nimmt Indien unter den aufstrebenden Märkten eine herausragende Stellung ein. Gemessen an der volkswirtschaftlichen Kaufkraft sei Indien heute bereits die viertgrößte Wirtschaftsmacht weltweit – noch vor Deutschland. In der Automobil-Produktion wurde im vergangenen Jahr erstmals die Millionengrenze überschritten. Zum Vergleich: In Deutschland werden jedes Jahr mehr als fünf Millionen Autos gebaut. Mit einer Fahrzeugdichte von sieben Pkw pro 1000 Einwohner habe das Land ein enormes Potenzial für die Autoindustrie. Bis allerdings deutsche Verhältnisse erreicht sind, dürften noch ein paar Jahrzehnte vergehen: Hier zu Lande kommen auf 1000 Einwohner 550 Autos.alf

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