Wirtschaft : 1000 neue Filialen

Die Drogeriemarktkette dm will weiter wachsen

Juliane Schäuble

Berlin - Die Drogeriemarktkette dm zeigt sich von der Konsumschwäche unbeeindruckt und will auch in Zukunft stark expandieren. „Wir spüren derzeit nichts von der Finanzkrise“, sagte Markus Trojansky, Mitglied der Geschäftsführung, am Donnerstag in Berlin. Nach mehreren Neueröffnungen seit Neuestem auch in Norddeutschland plant das Karlsruher Unternehmen, seine Filialzahl in den kommenden 10 bis 15 Jahren zu verdoppeln. „Wir trauen uns weitere 1000 Märkte in Deutschland zu“, erklärte Konzernchef Erich Harsch. Derzeit kommen nach Unternehmensangaben im Schnitt 70 bis 80 neue Filialen im Jahr dazu.

Sowohl national als auch international konnte dm im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr den Erlös aus dem Verkauf von Körperpflegeartikeln, Vollwertprodukten und anderen Drogerieartikeln zweistellig steigern. In den 1012 deutschen Läden setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 3,36 Milliarden Euro um, ein Zuwachs von 11,4 Prozent. In allen zehn europäischen Ländern, in denen dm insgesamt 2024 Filialen betreibt, lag der Umsatz bei 4,71 Milliarden Euro (plus 13,4 Prozent). Angaben zum Gewinn macht dm traditionell nicht.

Einen Schwerpunkt bei ihrer Expansion legt die Drogeriemarktkette auf Berlin, wo in der Tauentzienstraße im Sommer die bundesweit 1000. Filiale eröffnet wurde. 26 Läden gibt es hier schon, weitere 11 sollen in diesem Jahr folgen.

Zudem soll auch der Versandhandel mit apothekenpflichtigen Medikamenten ausgeweitet werden. In mehr als 200 Märkten bietet dm diesen Service in Zusammenarbeit mit der niederländischen Versandapotheke Europa Apothek Venlo bereits an, der die Kunden in die Geschäfte locken soll. In Berlin gibt es 14 dieser Pharma-Punkte, wo Medikamente bestellt und drei Tage später abgeholt oder nach Hause geliefert werden können.

Damit bereitet sich dm auch auf eine Liberalisierung des Apothekenhandels vor. Marktbeobachter erwarten, dass der Europäische Gerichtshof in den nächsten Monaten hier die entscheidenden Weichen stellt. Dürfen bislang in Deutschland – anders als in den meisten EU-Staaten – nur Apotheker bis zu drei Apotheken betreiben, könnten dann auch Konzerne in das Geschäft einsteigen. „Wir beobachten den Apothekenmarkt und bereiten uns darauf vor, den Versandhandel auszuweiten“, sagte Trojansky. Derzeit sehe es aber nicht danach aus, als ob dm selbst in das Apothekengeschäft einsteige. Juliane Schäuble

0 Kommentare

Neuester Kommentar