11.000 Mitarbeiter zusätzlich : Bei Amazon ist schon wieder Weihnachten

Allein in Deutschland sucht Amazon tausende Arbeitskräfte, die meisten allerdings fürs Saisongeschäft. Der Onlinehändler hat seinen Umsatz im zweiten Quartal verdoppelt - doch der Expansionskurs kostet viel Geld.

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Ware für die Massen. Amazon baut zwei Versandzentren in Deutschland.
Ware für die Massen. Amazon baut zwei Versandzentren in Deutschland.Foto: dpa

Berlin - Der weltgrößte Onlinehändler Amazon will in den kommenden Monaten in Deutschland mehr als 11 000 Mitarbeiter einstellen – allerdings in erster Linie Saisonkräfte, die zum Beispiel im Weihnachtsgeschäft aushelfen. Mehr als 1000 Mitarbeiter sollen an neuen Standorten für den Kundenservice und das Handelsgeschäft angeworben werden.

Die Mitarbeiter werden gebraucht, weil der Konzern wachsen will. Weltweit soll das Angebot ausgeweitet werden – etwa bei Lebensmitteln oder bei elektronischen Büchern. „Um dieses Wachstum zu stemmen, brauchen wir große Logistikstandorte“, erklärte Amazon-Manager Nicholas Denissen. Derzeit hat Amazon in Deutschland für den Versand vier Logistikzentren – zwei in Bad Hersfeld, eines in Leipzig und eines in Werne. Hinzu kommen jetzt Rheinberg und Graben. Außerdem richtet Amazon gerade ein Kundenservicezentrum in Berlin ein, in dem schließlich 400 Mitarbeiter sitzen sollen.

Doch auch ein Teil der Saisonkräfte kann auf eine Anstellung hoffen. Amazon will den vor Weihnachten eingestellten Mitarbeitern „nach Möglichkeit auch eine Chance auf Weiterbeschäftigung“ anbieten. Weltweit arbeiten für Amazon 43 200 Menschen; wie viele es in Deutschland sind, ist nicht bekannt.

Im zweiten Quartal 2011 konnte Amazon seinen Umsatz um 51 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar (rund 6,8 Milliarden Euro) steigern. Niedrige Preise, eine breitere Auswahl, eine schnelle Lieferung und Innovationen hätten für das rasanteste Wachstum gesorgt, sagte Konzernchef Jim Bezos.

Doch die Investitionen in das Wachstum, etwa durch den Ausbau der Logistikzentren oder durch Sonderangebote gehen auch ins Geld: Zum wiederholten Mal meldete Amazon einen Gewinnrückgang: Der Überschuss ging im zweiten Quartal um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 191 Millionen Dollar zurück. Dennoch übertraf Amazon die Erwartungen der Analysten. Für das laufende Quartal sagte der Konzern voraus, im besten Falle beim Umsatz die Marke von elf Milliarden zu knacken.

Die Leidtragenden des Erfolges von Amazon und Co. sind die klassischen Einzelhändler. In den USA ging jüngst die Buchhandelskette Borders pleite, in Deutschland begründeten die Ketten Media Markt und Saturn die Streichung von 3000 Stellen mit der wachsenden Konkurrenz aus dem Netz. jmi/dpaEBAY INC.]

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