Wirtschaft : 1200 Autowerkstätten und Händler vor demAus Arbeitsstunde kostet jetzt im Schnitt 61,60 Euro

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Frankfurt am Main Die Nachfrageflaute auf dem Automarkt wird in diesem Jahr zahlreiche Autohäuser und Kfz- Werkstätten zur Aufgabe zwingen. Nach Angaben von Jürgen Creutzig, Präsident des Europäischen Verbandes des Kfz-Gewerbes, werden in Deutschland rund 1200 der derzeit 42500 Unternehmen Pleite gehen. Von den 490000 Arbeitsplätzen würden rund 8000 gestrichen. „Es geht der Branche schlechter als vor drei Jahren“, sagte Creutzig am Donnerstag im Vorfeld der Automechanika in Frankfurt, der weltgrößten Fachmesse des Kfz-Gewerbes.

Nach Angaben des Zentralverbandes des deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) steckt fast die Hälfte der Betriebe in Deutschland in den roten Zahlen. Die Umsatzrendite liegt im Schnitt bei mageren 0,6 Prozent. Zudem sei die Zahlungsmoral vieler Kunden schlecht, so dass viele Werkstätten ein zusätzliches Problem hätten. Den Umsatz könne die Branche gleichwohl in diesem Jahr leicht von 125,2 auf 127 Milliarden Euro steigern. Grund dafür seien das starke Servicegeschäft und neue Entwicklungen im Zubehör-Bereich. Die Preise für ihre Leistungen haben die Werkstätten im ersten Halbjahr leicht um ein Prozent angehoben. Pro Stunde verlangen sie jetzt im Schnitt 61,60 Euro.

Eine Trendwende erwartet der ZDK erst im kommenden Jahr. Auch dann werde die Umsatzrendite im Schnitt aber nur minimal um 0,1 Prozentpunkte nach oben gehen. Bereits im Juli hatte der Verband seine Prognose für das laufende Jahr von 3,24 auf nur noch 3,1 Millionen Neuzulassungen nach unten geschraubt.

Trotz der alles andere als rosigen Branchenlage ist die Zahl der Aussteller bei der diesjährigen Automechanika im Vergleich zur letzten Messe vor zwei Jahren gestiegen: Mit mehr als 4500 Firmen kommen fast 200 mehr Aussteller nach Frankfurt als 2002, rund ein Viertel davon aus Deutschland. ro

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