Wirtschaft : 13 000 neue Kunden für EWE Brandenburg

Preispolitik gilt als Richtschnur für Berliner Gasag / Gas-Versorger investiert 1,1 Mrd.DM STRAUSBERG (ADN/dpa).Die EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg, hat in ihrem ostbrandenburgischen Versorgungsgebiet seit Anfang der 90er Jahre mehr als 1,1 Mrd.DM investiert.Damit gehöre das Erdgas-Versorgungsunternehmen zu den größten Investoren in Brandenburg, teilte der Technische Vorstand der EWE, Werner Brinker, am Montag in Strausberg (Märkisch-Oderland) mit.Bis Ende 1998 werde sich die Investitionssumme auf 1,2 Mrd.DM erhöhen.Die Preispolitik der EWE in Brandenburg hat nach Auffassung des Bundeskartellamtes Vorbildfunktion für alle neuen Bundesländer einschließlich Berlin.Die Wettbewerbshüter gehen davon aus, daß bei einem Gaspreisniveau von "EWE plus fünf Prozent" vom Verdacht des Preismißbrauchs auszugehen ist.Auch die Berliner Gasag, die das EWE-Niveau um bis zu 40 Prozent überschreitet, war deswegen schon in die Kritik geraten. Bislang hat die EWE mit 446 Kommunen zwischen Uckermark und Teltow-Fläming Konzessionsverträge abgeschlossen.438 Orte seien bis Ende 1997 an das Gasnetz angeschlossen.Das Unternehmen plant, in diesem Jahr alle Konzessionsgemeinden mit Gas zu versorgen.Damit betrage der Anschlußgrad im Versorgungsgebiet 60 Prozent, hieß es.Das Erdgasverteilnetz sei 1997 um 700 Kilometer auf etwa 8700 Kilometer Gasleitungen angewachsen.Der Aufbau der Gasversorgung in Ostbrandenburg sei damit im wesentlichen abgeschlossen. Die Zahl der EWE-Kunden habe 1997 erneut deutlich um 13 000 zugenommen.Gegenwärtig werden 116 500 Kunden direkt und weitere 125 000 über Stadtwerke mit Erdgas versorgt.Die gesamten Umsatzerlöse aus dem Strom- und Gasgeschäft sowie aus anderen Dienstleistungen, darunter Wärmeversorgung, belaufen sich 1997 auf etwa 2,9 Mrd.DM (1996: 2,8 Mrd.DM).Der Jahresüberschuß werde mit 55 Mill.DM auf Vorjahresniveau liegen, hieß es.Die EWE beschäftigt in Brandenburg 114 Mitarbeiter. Für den geplanten Bau eines unterirdischen Gasspeichers in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) liegen laut EWE alle Genehmigungen zur Durchführung von Probebohrungen vor.Die Prüfung des Rüdersdorfer Salzkissens soll bis Ende Mai 1998 abgeschlossen sein.Bei positivem Ergebnis könnten an diesem Standort zunächst zwei Kavernen für rund 150 Mill.Kubikmeter Erdgas angelegt werden.Diese Menge würde ausreichen, um alle EWE-Kunden in Brandenburg rund zwei Monate lang mit Erdgas zu versorgen.

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