Wirtschaft : 13 Euro für Air Berlin

Diesen Aktienpreis erwartet jedenfalls der Markt für die Erstnotiz / Auch Yoc aus Berlin strebt an die Börse

Moritz Döbler

Berlin - Der Börsengang von Air Berlin wird offenbar im zweiten Anlauf ein Erfolg. „Die Emission ist mittlerweile überzeichnet“, erfuhr der Tagesspiegel am Montag von informierter Seite. Es liegen also Aufträge für den Kauf von mehr Aktien vor, als am Donnerstag in den Handel gehen sollen. Nach der Senkung der Preisspanne auf 11,50 bis 14,50 Euro hätten vor allem institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland größere Orders platziert, hieß es weiter.

Aktienhändler rechnen mit einer Erstnotiz von Air Berlin zu rund 13 Euro. Vorbörslich werden die Anteile zu Kursen am oberen Ende der Preisspanne gehandelt. Die Umsätze sind aber zum Wochenauftakt gesunken. „Der Druck ist raus“, sagte Stefan Chmielewski vom Handelshaus Lang & Schwarz dem Tagesspiegel. Er habe keinen Zweifel, dass der ursprünglich für vergangenen Freitag geplante Börsengang nun klappe, und erwarte eine Erstnotiz von 13 Euro. „Die goldene Mitte würde mir gut gefallen. Dann sind in den ersten Tagen auch Kursgewinne drin.“ Florian Weber von der DKM Wertpapierhandelsbank, die ebenfalls vorbörslich handelt, sagte eine Erstnotiz zu 13 bis 13,50 Euro voraus. „Da ist dann Luft nach oben für einen kleinen Zeichnungsgewinn. Air Berlin hat das Beste aus der Situation gemacht. Das wird ein Erfolg“, sagte Weber dem Tagesspiegel. Ursprünglich hatte die Aktie 15 bis 17,50 Euro kosten sollen, weil die Nachfrage aber lahmte, zog Air Berlin die Reißleine. Nun kann das Unternehmen jedoch nicht mehr mit Erlösen von etwa 350 Millionen Euro rechnen, sondern nur noch mit 225 bis 284 Millionen Euro. Davon müssen noch die Kosten für den Börsengang von rund 40 Millionen Euro abgezogen werden.

Das Umfeld für die Platzierung ist fantastisch. Der Deutsche Aktienindex (Dax) erreichte am Montag den höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Der Leitindex stieg zeitweise auf über 6150 Punkte, schloss dann aber bei 6127 Punkten, immerhin noch ein Plus von 0,24 Prozent. Der M-Dax, der Index für mittelgroße Werte, in den Air Berlin strebt, stieg um 1,29 Prozent auf das Rekordniveau von 9120 Zählern.

Auch ein anderes Berliner Unternehmen – allerdings viel kleiner als Air Berlin – will das gute Klima nutzen und noch im ersten Halbjahr 2006 an die Börse gehen: Die Yoc AG, ein Spezialist für Werbung über Mobiltelefon und Internet, plant die weitere Expansion im Ausland. „Yoc arbeitet schon seit 2004 profitabel und wächst schnell in einem dynamischen Marktumfeld“, sagte Mitbegründer und Vorstand Dirk Kraus.

Das Unternehmen, das 49 Mitarbeiter in Berlin beschäftigt, wurde 2001 gegründet und setzte im vergangenen Jahr 5,3 Millionen Euro um. Zu den Kunden von Yoc zählen Jägermeister, H&M, Nike, Coca-Cola, T-Mobile und die Deutsche Post.

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