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15.000 Passagiere betroffen – auch in Berlin : Piloten streiken womöglich auch am Wochenende

Der Streik der Germanwings-Piloten führt am Freitag deutschlandweit zu zahlreichen Flugausfällen. Auch in Berlin-Tegel wurden 30 Flüge storniert. Der Streik könnte sich ausdehnen.

Leere an den Check-in-Schaltern von Germanwings in Berlin/Tegel. Hier fallen bis zum Mittag 30 Flüge aus.
Leere an den Check-in-Schaltern von Germanwings in Berlin/Tegel. Hier fallen bis zum Mittag 30 Flüge aus.Foto: Reuters

An vielen deutschen Flughäfen drohen auch an diesem Wochenende durch den Pilotenstreik bei Germanwings Flugausfälle. Ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit wollte am Freitag nicht ausschließen, dass der Ausstand in den nächsten Tagen fortgesetzt werde. Davon könnten nicht nur Flüge der Germanwings, sondern auch bei Lufthansa und der Frachttochter Cargo betroffen sein. Die Pilotengewerkschaft wolle erst einmal „leichte Nadelstiche“ setzen, um das Management des Konzerns in dem Tarifstreit zu Kompromissen zu bewegen und an den Verhandlungstisch zu bringen.

15.000 Passagiere betroffen

Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings haben am Freitagmorgen mit einem sechsstündigen Streik begonnen, von dem bis zu 15.000 Passagiere betroffen sein werden. Wie eine Sprecherin von Germanwings am Morgen bestätigte, begann der Streik wie von der Pilotengewerkschaft Cockpit angekündigt um 6 Uhr. Bereits in der ersten Stunde mussten zahlreiche Verbindungen gestrichen werden. Insgesamt würden etwa 116 von 164 Flüge ausfallen, sagte die Sprecherin. Betroffen seien überwiegend Inlandsverbindungen. Um 12 Uhr soll der Streik beendet sein.

Am Flughafen Berin/Tegel wurden 30 Flüge storniert, in Köln/Bonn 48 Flüge und in Stuttgart 36, sagte und in Berlin/Tegel 30, sagte sagte ein Germanwings-Sprecher.

Der Streit dreht sich um die betriebsinterne Frührente

Die Lufthansa streitet seit Monaten mit den Germanwings-Piloten über Einschnitte bei der Übergangsversorgung. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings soll die Altersgrenze erhöht werden, überdies sollen die Piloten an der Finanzierung beteiligt werden. Cockpit lehnt dies ab. Gespräche beider Seiten waren am Donnerstag ergebnislos geblieben Falls das Lufthansa-Management nicht einlenkt, droht die Gewerkschaft mit weiteren Streiks.

Infotelefon der Berliner Flughäfen

Auf ihrer Internetseite weist die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH darauf hin, dass Passagiere sich bei der Flughafenauskunft unter der Telefonnummer 030-6091-1150 oder online www.berlin-airport.de über den aktuellen Flugstatus informieren können.

Die Piloten hatten bereits im April die Arbeit für drei Tage niedergelegt. Damals musste die Fluggesellschaft 3800 Flüge annullieren, und insgesamt waren 425.000 Passagiere betroffen. Bei der Gewerkschaft sind 5400 Lufthansa-Flugzeugführer organisiert. Tsp/AFP/Reuters/dpa

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