177 Arbeitsplätze gefährdet : Nokia will Berliner Standort schließen

177 Beschäftige des Handy-Herstellers Nokia kämpfen in Berlin für ihre Jobs, am Mittwoch legen sie ihre Arbeit nieder.

Lara Keilbart
Nokia will in Berlin-Siemensstadt Arbeitsplätze abbauen. Das Bild zeigt die Zentrale im finnischen Espoo.
Nokia will in Berlin-Siemensstadt Arbeitsplätze abbauen. Das Bild zeigt die Zentrale im finnischen Espoo.Foto: dpa

Gegen die geplante Schließung des Standortes von Nokia Networks in Berlin Siemensstadt wehren sich die Arbeitnehmer mit einer Demonstration. Symbolisch um fünf vor zwölf werden die 177 Beschäftigten ihre Arbeit am Mittwochmittag für etwa eine Stunde niederlegen.

IG Metall nennt Schließung unverhältnismäßig

Der Berliner IG-Metall-Chef Klaus Abel, die Betriebsratsvorsitzende Astrid Diebitsch und Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister von Spandau, wollen auf der Kundgebung sprechen und auf die Einhaltung des Standortsicherungsvertrages pochen. „Es gibt gute Ideen und die müssen jetzt ausgearbeitet werden, statt den Betrieb zu schließen“, meinte Abel. Zwar werde man den Personalabbau nicht völlig verhindern können, doch eine Schließung des gesamten Standortes sei völlig unverhältnismäßig und auch betriebswirtschaftlich unnötig.

Nokia verspricht Einhaltung des Tarifvertrags

Nokia-Sprecher Bernhard Fuckert sagte auf Anfrage, es handele sich um eine Standortteilschließung, die im Rahmen des Anfang April angekündigten Transformationsprozesses planmäßig durchgeführt werde. Den Mitarbeitern werde entsprechend den Regelungen des Tarifvertrages mit „Vermittlung in gute Arbeit“ geholfen, kündigte Fuckert an. Weitere Details darüber werde es geben, wenn die Gespräche mit der IG Metall abgeschlossen seien. „Wir wollen die Arbeitnehmer aber nicht durch langes Warten verunsichern“, sagte Fuckert.

Großangelegte Umstrukturierung

Nokia hatte Anfang April im Zusammenhang mit der Übernahme von Alcatel-Lucent angekündigt, bis Ende 2018 900 Millionen Euro Betriebskosten einsparen zu wollen. Dazu plant Nokia in Deutschland den Abbau von 1400 Stellen bis 2018. Berlin soll jedoch Sitz des Nokia Security Centers bleiben. Vergangene Woche hatte es bereits Proteste von Nokia-Networks-Mitarbeitern in München gegeben.

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